15.1.2008 17:40

Wiener Fanmeile soll tausende Fans locken:
Organisatoren rechnen mit 100.000 pro Tag

  • Auftakt mit klassischer Musik und Christina Stürmer
  • Spiele auf 70-Quadratmeter-Screen vorm Rathaus

Während der EURO 2008 wird in der Finalstadt Wien nicht nur das Stadion im Mittelpunkt stehen - auch die Fanzone in der Innenstadt wird zentraler Schauplatz des EM-Geschehens werden. Im Wiener Rathaus wurden die Details dazu präsentiert: Die Fanmeile wird sich über insgesamt 100.000 Quadratmeter vom Rathausplatz über den Ring bis zum Heldenplatz erstrecken. Während der EURO ist sie täglich von 9.00 bis 24.00 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.

Wie Wiens Vizebürgermeisterin Grete Laska in einer Pressekonferenz berichtete, werden zum Auftakt am 7. Juni heimische Superstars erwartet, wenn auch keine Fußball-Größen. Auf dem Programm steht am Nachmittag ein Auftritt der Symphoniker und der Wiener Sängerknaben. Im Anschluss daran wird Christina Stürmer mit dem offiziellen EM-Song für Stimmung sorgen.

Pünktlich um 18.00 Uhr erfolgt der Startschuss für die erste Live-Übertragung. Das Eröffnungsmatch Schweiz gegen Tschechien in Basel ist - so wie alle Spiele danach - auf insgesamt neun großen LED-Videowalls zu sehen. Die größte von ihnen misst 70 Quadratmeter und befindet sich vor dem Rathaus.

Auch während des Tages und an Abenden ohne EM-Partie wird den Besuchern vermutlich nicht langweilig werden. Dafür soll ein eigenes, umfangreiches Unterhaltungsprogramm sorgen. Bis zu 70.000 Personen werden sich gleichzeitig in der Fanmeile aufhalten dürfen. Insgesamt werden pro Tag rund 100.000 Menschen dort erwartet.

Ein Krügerl kostet 4,50 Euro
Auch das kulinarische Vergnügen wird in der Wiener Fanzone nicht zu kurz kommen: 86 Gastro-Stationen, großteils in den Händen von Einzelbetrieben, wird es im Areal neben den LED-Wänden geben. 53 davon verkaufen Getränke, 33 Speisen. Alkohol ist mit der Ausnahme von Bier, Wein und Sekt tabu. Die Preise für alkoholfreie Getränke liegen pro 0,5-Becher bei 3,50 Euro. Ein halber Liter Bier kostet einen Euro mehr.

Die Preise seien im Vergleich zu anderen Veranstaltungen in Ordnung, urteilte Laska. "Also ich finde es nicht extrem teuer." Verkauft wird grundsätzlich nur in 0,5-Liter-Bechern, nur tagsüber vor den Spielen gibt es auch kleinere Größen. Zusätzlich zu den Getränke-Ständen wird Wasser in öffentlichen Brunnen zur Verfügung stehen. Vier solche Einrichtungen werden für die EURO zusätzlich geschaffen. Gesorgt wird auch für eine ausreichende Zahl an WC-Anlagen: Geplant sind 1.200 Stück, die auf dem gesamten Areal verteilt werden.

Gastro-Betreiber noch nicht fix
Wer die Gastro-Stände betreiben wird, steht noch nicht fest. Fix ist allerdings, dass die Miete für einen Standplatz je nach Größe, Location und Infrastruktur zwischen 10.000 und 40.000 Euro kosten wird. Auch der private Security-Dienst, der die Fanmeile mit 300 Mann absichern soll, muss noch ausgewählt werden. Bis Anfang Februar soll die Entscheidung fallen. Die Zahl der Eingänge - fünf Stück mit je 30 Sicherheit-Schleusen - sowie die Fluchttore sind bereits fertig geplant.

Punkt Mitternacht werden die Leinwände in der Fanzone ausgeschaltet und die Gastro-Stände schließen ihre Pforten, schilderte Michael Draxler vom Veranstalter "Stadt Wien Marketing" die Pläne. Die Fanzone sollte sich dann bis 1.00 Uhr bzw. 1.30 Uhr leeren. Außerhalb der Spielzeiten stehen am Vormittag Mitmach-Veranstaltungen, die vor allem Kinder und Schüler zu Sport und Bewegung animieren sollen, am Programm.

Die Zeit bis zu den Matches wird ab 13.00 bzw 14.00 Uhr mit Übertragungen von Spiel-Aufzeichnungen, Interviews, Live-Musik und Autogrammstunden überbrückt. "Ab 16.00 bzw. 17.00 Uhr regiert König Fußball", so Draxler. Auch an spielfreien Tagen sei die Fanzone geöffnet und biete ein Unterhaltungsprogramm.

Acht Millionen Gesamtbudget
Das gesamte Areal ist behindertengerecht, direkt neben dem Rathaus gibt es einen Eingang, der speziell für Rollstuhlfahrer geeignet ist, so Laska. Rücksicht genommen wird auch auf das Thema Umwelt. Neben einem Pfand-System für Becher wird auch die Verteilung von Flyern und Materialien eingeschränkt. Acht Millionen Euro ist das Gesamtbudget für die Errichtung der Fanzone, drei Millionen davon wurden von der Stadt Wien finanziert, der Rest kommt von Sponsoren, den Gastronomieeinnahmen und der UEFA.
(apa/red)

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15.1.2008 17:40
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