Was gibt es Größeres als den Mythos Streif:
Kitzbühels Hahnenkamm ist Saisonhighlight
- Sieg in Saison ohne WM und Olympia heiß begehrt
- Büchel hofft, dass Kitzbühel bald "Kitzbüchel heißt"

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Von Prominenten bis
zur "Steff"-Traumfahrt
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Miller fährt souverän zum
Wengen-Abfahrtstriumph
"Was gibt es Größeres als Kitz?" - Marco Büchel drückt das aus, was fast alle Weltcup-Abfahrer denken. Der Mythos Streif hat auch 2008 seinen Glanz nicht verloren. Ganz im Gegenteil, denn in einer Saison ohne WM und Olympia ist der Abfahrts-Sieg in der Gamsstadt ganz besonders heiß begehrt. Tradition, Respekt, Atmosphäre, Adrenalin, Ruhm - dieser Mix ergibt für Büchel, Michael Walchhofer, Benjamin Raich und Co. den Mythos Streif.
"Wer die Abfahrt in Kitz gewinnt, der ist der absolute Chef am Platz", weiß Büchel, der sehnsüchtig auf seinen ersten Kitz-Triumph wartet. 2006 hatte Büchel als Zweiter gerade einmal 0,05 Sekunden Rückstand auf Sieger Michael Walchhofer gehabt. Das ärgert Büchel immer noch. "Entweder ich gewinne dieses Ding, oder mich wurmt es mein gesamtes Leben lang. Ich hoffe, dass Kitzbühel ab Samstag Kitzbüchel heißt", so die 36-jährige Spaßkanone.
Strahlender Sieger war damals Walchhofer. Denkt der Salzburger Weltmeister 2003 und Olympia-Zweite 2006 an jenen 21. Jänner 2006, dann bekommt er noch immer glänzende Augen. "Emotional war das der schönste Sieg meiner gesamten Karriere. Die Bilder der Siegerehrung werde ich nie vergessen." Die Geschichte, die Zuschauermassen, die Strecke .- das alles macht Kitz für "Walchi" zum Saison-Highlight: "Hier in Kitzbühel baut sich die Spannung ganz von alleine auf. Der Adrenalin-Pegel ist höher als überall anders."
"Braucht noch mehr Überwindung"
Raich, der in der Abfahrt noch auf sein großes Aha-Erlebnis wartet, hat ausgerechnet in Kitz das bis dato beste Abfahrtsergebnis seiner Karriere geschafft. Der Pitztaler bestätigt, dass diese Abfahrt "anders als alle anderen ist". "Man braucht noch mehr Überwindung. Allein der Start geht schon so steil weg, und dann gleich die Mausefalle. Es gibt so viele sehr spezielle Passagen. Das verlangt Mut. Und ein Fehler kann hier ganz besonders schlecht ausgehen."
Auch abseits der Piste ist in Kitz stets der Teufel los, so dass für die Österreicher der Heim-Vorteil schnell zum Heim-Nachteil werden kann. "Kitz ist eine Riesengeschichte. Das ist das Rennen, wo rundherum am meisten passiert. Jede Firma will hier irgendetwas präsentieren. Heuer noch mehr, weil es kein Großereignis gibt", so Raich.
Absoluter Saisonhöhepunkt
Das sieht auch der Schweizer Didier Cuche so: "Wengen war die WM, Kitzbühel ist jetzt Olympia." Und der Niederösterreicher Andreas Buder meinte: "Kitzbühel ist der absolute Höhepunkt der Saison." Auch für die Slalom-Läufer hat Kitz natürlich einen ganz speziellen Reiz. Der Tiroler Mario Matt hatte am 23. Jänner 2000 als damals 20-Jähriger in Kitz seinen ersten Weltcup-Sieg gefeiert. Sensationell mit Startnummer 47, die daheim im Elternhaus in Flirsch nach wie vor einen Ehrenplatz hat.
"Ich erinnere mich noch an jedes Detail, wirklich realisiert habe ich es damals aber nicht. Das ist dann im Laufe der Zeit gekommen." Je mehr Zuschauer, umso wohler fühlt sich der zweifache Slalom-Weltmeister, der ein echter "Publikumsfahrer" ist. "Deswegen taugen mir die Rennen in Schladming und Kitzbühel auch so, das war immer schon so." Die Abfahrt in Kitz nimmt Matt aber nicht in Angriff, obwohl sie für die traditionelle Hahnenkamm-Kombi zählt. "Ich glaube, dass hätte noch keinen Sinn. Schauen wir mal nächstes Jahr weiter."
(apa/red)
