Ahonen fliegt in Harrachov allen davon:
Finne gewinnt Skifliegen vor Norweger Hilde
- Thomas Morgenstern landet auf dem fünften Platz
- Weltcup-Führender bei ungünstigem Wind chancenlos

Die Skispringer hätten sich für ihre Flugveranstaltungen in Harrachov kein ungünstigeres Wochenende aussuchen können. Die Großwetterlage ließ keine regulären Bedingungen über eine längere Zeitspanne zu, daher wurde nur ein Wettkampf mit einem einzigen Durchgang durchgeführt. Und dieser spiegelte nicht die Eindrücke der Trainingsflüge wider. Denn der favorisierte Thomas Morgenstern, der zuvor immer Bestweite erzielt hatte, belegte bei ungünstigen Windverhältnissen "nur" Rang fünf, Sieger wurde der Finne Janne Ahonen.
Morgenstern ärgerte sich in der ersten Enttäuschung gehörig, denn er schien auf dem Weg zu seinem achten Saisonsieg. Doch ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner bestätigte Morgensterns technisch sehr guten Sprung. "Aber wenn die Bedingungen ganz schwierig sind, wird er halt mit perfekter Leistung Fünfter", sagte der Coach und nahm für den Musterschüler das Positive mit. "Es hilft nichts, sich zu ärgern. Er hat sich weiterentwickelt beim Fliegen, hat grandiose Sprünge gezeigt, das ist wichtig für die kommende Skiflug-WM."
Es sei unbestritten, dass Morgenstern in Topform sei. "Ich bin überzeugt, dass er nächstes Wochenende in Zakopane im Wettkampf wieder den Ton angeben kann", erklärte Pointner. Seine einzige Kritik galt der Neuansetzung des am Samstag abgebrochenen Bewerbs für Sonntag mit nur einem Durchgang. "Denn bei zwei Durchgängen teilen sich Vor- und Nachteile durch den Wind auf", sagte Pointner.
Dritter Saisonsieg für Ahonen
Janne Ahonen feierte mit 199,5 m seinen dritten Saisonsieg, den insgesamt 35. seiner Karriere. Auf einer Flugschanze war der 30-Jährige zuvor erst einmal, am ersten Tag der WM 1996 am Kulm, erfolgreich gewesen. In Harrachov distanzierte er den Predazzo-Doppelsieger Tom Hilde (NOR/193 m) um 2,4 Punkte. Die nächstplatzierten Österreicher hinter Morgenstern waren Martin Koch als 9., Andreas Kofler als 11. und Wolfgang Loitzl als 13. Damit stand im 14. Saisonbewerb erstmals kein Österreicher auf dem Podest.
Der zweite Sonntag-Bewerb wurde nach nur zwei Springern abgebrochen. Damit ist erstmals in diesem Winter ein Weltcup-Bewerb ausgefallen. Am Samstag hatten zwei Versuche nicht zum Erfolg geführt. Zunächst wurde nach einem nicht gestandenen 213-m-Flug des Schweizers Simon Ammann sechs Springer vor dem Ende abgebrochen, der Neustart wurde nach 20 Springern vorzeitig beendet.
| Ergebnis: | |||
| 1. | Janne Ahonen | FIN | 187,9 (199,5) |
| 2. | Tom Hilde | NOR | 185,6 (193,0) |
| 3. | Anders Jacobsen | NOR | 181,2 (191,0) |
| 4. | Dmitrij Wassilijew | RUS | 178,2 (191,0) |
| 5. | Thomas Morgenstern | AUT | 177,6 (188,0) |
| 6. | David Lazzaroni | FRA | 175,8 (186,5) |
| 7. | Janne Happonen | FIN | 171,8 (184,0) |
| 8. | Michael Neumayer | GER | 169,1 (185,5) |
| 9. | Martin Koch | AUT | 165,0 (180,0) |
| 10. | Jernej Damjan | SLO | 164,9 (179,5) |
| 11. | Andreas Kofler | AUT | 159,6 (169,5) |
| 12. | Kamil Stoch | POL | 159,5 (175,0) |
| 13. | Wolfgang Loitzl | AUT | 157,6 (173,0) |
| 14. | Simon Ammann | SUI | 157,2 (176,0) |
| 15. | Dmitrij Ipatow | RUS | 153,8 (171,5) |
| 16. | Anders Bardal | NOR | 153,6 (170,5) |
| 17. | Andreas Küttel | SUI | 152,4 (169,5) |
| 18. | Björn Einar Romören | NOR | 151,5 (170,0) |
| 19. | Guido Landert | SUI | 150,9 (169,5) |
| 20. | Roman Koudelka | CZE | 146,7 (166,0) |
| 21. | Emmanuel Chedal | FRA | 145,5 (165,0) |
| 22. | Denis Kornilow | RUS | 144,4 (164,5) |
| 23. | Robert Kranjec | SLO | 141,9 (162,0) |
| 24. | Roland Müller | AUT | 140,7 (161,0) |
| 25. | Jan Matura | CZE | 140,1 (160,5) |
| 26. | Martin Schmitt | GER | 139,2 (161,0) |
| 27. | Jurij Tepes | SLO | 133,5 (155,0) |
| 28. | Borek Sedlak | CZE | 132,6 (155,5) |
| 29. | Jon Aaraas | NOR | 132,0 (155,0) |
| . | Michael Uhrmann | GER | 132,0 (155,0) |
(apa/red)
