'Gong' für nächste Runde im US-Wahlkampf:
Alle Augen auf Nevada und South Carolina
- Keine klaren Favoriten für Abstimmung absehbar
- Kandidaten hoffen auf Auftrieb für "Super Tuesday"

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"wirft das Handtuch"
Demokraten-Kandidat steigt nun frühzeitig aus
Ohne eindeutige Spitzenreiter gehen US-Demokraten und Republikaner heute in die nächsten Vorwahlen. Bei den Demokraten fällen die Parteianhänger auf den Wahlversammlungen (Caucuses) in Nevada die nächste Entscheidung im Zweikampf der Senatoren Hillary Clinton und Barack Obama. Das Interesse der Republikaner richtet sich vor allem auf die Abstimmung in South Carolina, wo Senator John McCain mit einem Sieg seinen Anspruch auf die Favoritenrolle untermauern möchte. Die Kandidaten erhoffen sich durch Siege zusätzlichen Auftrieb für den "Super-Dienstag" (Super Tuesday) am 5. Februar; dann wird in mehr als 20 Bundesstaaten abgestimmt.
Obama und Clinton warben in den vergangenen Tagen in Nevada intensiv um die Stimmen der Wählerschaft, die hier durch starke gewerkschaftliche Bindungen und durch einen hohen Anteil von Einwanderern aus Lateinamerika geprägt ist. Beide Kandidaten betrieben spanischsprachige Fernsehwerbung und konzentrierten ihren Wahlkampf auf Arbeitnehmerthemen wie Steuererleichterungen, Krankenversicherung und Bildung. Clinton lag in Umfragen lange Zeit in Führung, zuletzt konnte Obama aber gleichziehen. Er wird von der einflussreichen Gastronomiegewerkschaft des Glücksspielstaats unterstützt.
"Neuland" Nevada
Mit den Wahlversammlungen in Nevada betreten die Parteien Neuland. Bisher hatte der Staat in der Kandidatenauslese für die US-Präsidentschaft keine Rolle gespielt. Die Parteiführung zog den Wahltermin eigens vor, um den politischen Einfluss des Staates zu stärken und den Stimmen der Latinos mehr Gewicht zu geben. Im letzten Wahljahr 2004 hatten landesweit nur 9.000 Menschen an den Wahlversammlungen der Demokraten teilgenommen. Diesmal werden bis zu 100.000 Menschen erwartet.
Keine "Kampfstimmung"
Die Caucuses der Demokraten beginnen um 20.30 Uhr (MEZ). Auch die Republikaner in Nevada stimmen ab (18.00 Uhr MEZ). Außer dem Kandidaten Mitt Romney machte aber kein Kandidat hier Wahlkampf, deshalb wird dem Ergebnis in Nevada wenig Aussagekraft beigemessen.
Signalwirkung in South Carolina
Große Signalwirkung wird hingegen das Resultat der republikanischen Vorwahl in South Carolina haben. Senator McCain hofft nach New Hampshire auf einen zweiten Sieg. Umfragen sahen ihn zuletzt leicht vor dem früheren Baptisten-Prediger Mike Huckabee auf Platz eins. Auch Huckabee, der Sieger von Iowa, setzt in South Carolina auf Sieg. Er hofft vor allem auf die Stimmen der konservativ-christlichen Wähler, die in dem Bundesstaat reichlich vertreten sind. Dem Sieger der Vorwahl in Michigan vom Mittwoch, Romney, werden hier auch wegen seines mormonischen Glaubens wenig Chancen eingeräumt.
Die Wahllokale in South Carolina schließen um 01.00 Uhr (MEZ, Nacht zu Sonntag). Das Ergebnis der republikanischen Vorwahl in dem Staat gilt als verlässlicher Indikator für den Ausgang des Nominierungsprozesses: Seit 1980 wurde jeder in South Carolina siegreiche Republikaner schließlich zum Spitzenkandidaten für die Präsidentschaft gekürt. Die Demokraten stimmen in South Carolina eine Woche nach den Republikanern ab.
(APA/red)
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