Mittwoch, 16. Jänner 2008

Romney gewinnt US-Vorwahlen in Michigan:
Favorit McCain überraschend geschlagen

  • Dritter Sieger in dritter Vorwahl: Rennen völlig offen
  • Demokratische Partei trat wegen Streit gar nicht an

Die dritte Runde der Vorwahlen um die US-Präsidentschaftskandidatur brachte den Republikanern den dritten Wahlsieger: Mit einem "Heimsieg" in Michigan wahrte Mitt Romney seine Chancen im Rennen um die Nachfolge von George W. Bush. Der in dem Bundesstaat aufgewachsene Romney setzte sich mit 39 Prozent klar gegen den Sieger von New Hampshire, Senator John McCain, durch, für den 30 Prozent stimmten. Dritter wurde der frühere Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, der Anfang des Monats die Vorwahl in Iowa für sich entschieden hatte. Damit ist weiterhin völlig offen, wen die Republikaner im November als Kandidaten für die Nachfolge von Präsident George W. Bush ins Rennen schicken werden.

"Dieser Abend ist der Beginn eines Comebacks, eines Comebacks für Amerika", rief Romney jubelnden Anhängern in Southfield zu. Für den Ex-Gouverneur aus Massachusetts und praktizierenden Mormonen war ein Sieg in dem vom wirtschaftlichen Problemen gebeutelten Michigan unabdingbar für seine Präsidentschaftsambitionen. Immerhin regierte sein Vater George den Staat in den 1960er Jahren als Gouverneur. Romney war in Iowa und New Hampshire jeweils als zweiter ins Ziel gegangen. "In New Hampshire dachte ich einen Augenblick, dass der Wahlkampf leichter würde", sagte dagegen McCain. Er werde weiter kämpfen, kündigte der Vietnam-Veteran an.

Michigan für Demokraten irrelevant
Bei den Demokraten spielt Michigan wegen eines Streits über den Wahltermin diesmal keine Rolle. Auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten werden deshalb Ende August in Denver die Delegiertenstimmen des Bundesstaates nicht mitgezählt. Auch die Republikaner "bestraften" Michigan dafür, dass der Staat seine Vorwahlen im Kampf um die mediale Aufmerksamkeit weit vorverlegt hat, sie strichen ihm nur die Hälfte der Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag Anfang September in Minneapolis.

Auf ein Neues - in Nevada
Demokraten und Republikaner richten ihren Blick nun auf Nevada, wo demnächst gewählt wird. Während Hillary Clinton dort bisher in den Umfragen klar vorne lag, zeigt eine aktuelle Umfrage des "Reno Gazette-Journal" erstmals eine knappe Führung Obamas. Am selben Tag haben die Republikaner auch Vorwahlen in South Carolina, wo sich Huckabee wegen des hohen Anteils frommer Evangelikaler Siegeschancen ausrechnet. In Michigan lagen Romney und Huckabee bei dieser Wählergruppe gleichauf. In Iowa sicherten die Stimmen der Evangelikalen Huckabee den Sieg.

Nach Nevada und South Carolina, wo die Demokraten demnächst wählen, folgt am 29. Jänner der erste wirklich bevölkerungsreiche Staat Florida. Der bei den Republikanern bisher unter ferner liefen rangierende New Yorker Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani erhofft sich dort den Sprung auf die Siegerstraße. Am 5. Februar steht schließlich der "Super-Dienstag" mit Vorwahlen in insgesamt 24 Staaten, darunter Kalifornien und New York, auf dem Programm. (APA/red)

16.1.2008 13:26