Romney und McCain kämpfen um Michigan:
Kopf-an-Kopf-Rennen der Republikaner?
- Demokraten planen die Vorwahlen zu boykottieren
- Wirtschaftsthemen stehen thematisch im Vordergrund
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Ohne klaren Favoriten in beiden großen Parteien geht im Bundesstaat Michigan der Kampf um die US-Präsidentschaftskandidatur in die nächste Runde. Die größte Aufmerksamkeit gilt dabei den Republikanern, bei denen sich Senator John McCain und Ex-Gouverneur Mitt Romney ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Der Abstimmung bei den Demokraten wird keine Bedeutung beigemessen: Die Parteiführung in Washington will das Ergebnis nicht anerkennen, weil der Landesverband Michigan den Termin ohne ihre Zustimmung vorgezogen hat.
Der Republikaner McCain erhofft sich nach seinem klaren Sieg in New Hampshire weiteren Auftrieb für seine Kandidatur. Vor acht Jahren hatte McCain schon einmal die Vorwahl in Michigan gewonnen, war dann aber im weiteren Verlauf des Nominierungsprozesses dem späteren Wahlsieger George W. Bush unterlegen. Für seinen derzeit schärfsten Rivalen Romney dürfte einen weitere Vorwahl-Niederlage das Aus bedeuten. Romney setzt auf einen Lokalvorteil: Er ist in Michigan aufgewachsen, sein Vater hat den Staat als Gouverneur regiert.
Romney und McCain haben Personal und Finanzmittel aus anderen Bundesstaaten abgezogen, um ihren Wahlkampf in Michigan zu intensivieren. Der Kandidat Mike Huckabee, Sieger der ersten republikanischen Abstimmung Anfang des Monats in Iowa, will in Michigan zumindest einen Achtungserfolg erreichen. Huckabee setzt auf einen Sieg bei der nächsten Vorwahl im Südstaat South Carolina.
Thematisch stehen in Michigan Wirtschaftsthemen im Vordergrund. Der Bundesstaat leidet vor allem unter der Krise der US-Automobilindustrie, die sich in der Industriestadt Detroit konzentriert. Seit dem Jahr 2000 sind in dem Staat 275.000 Industriearbeitsplätze verloren gegangen, die Arbeitslosenrate ist mit derzeit 7,4 Prozent höher als in allen anderen US-Bundesstaaten. Mehr als zehn Prozent der zehn Millionen Einwohner leben unter der Armutsgrenze.
Bei den Demokraten findet in Michigan keinerlei Wahlkampf statt. Alle Kandidaten unterstützen einen Wahlkampfboykott und verzichteten auf Auftritte und Werbung. Die Parteiführung in Washington hat dem Bundesstaat die Delegierten für den Wahlparteitag im Sommer aberkannt, die eigentlich bei der Vorwahl ermittelt werden sollten. Die Kandidaten Barack Obama und John Edwards ließen ihre Namen von den Wahlzetteln streichen und riefen ihre Anhänger auf, am Wahltag für "unentschieden" zu stimmen. Senatorin Hillary Clinton steht offiziell zur Wahl, dem Ergebnis wird aber keine Signalwirkung beigemessen. (apa/red)
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