Brasiliens Präsident Lula trifft auf Castro:
Kubas Staatschef ist bei klarem Verstand!
- Lula meinte, Castro könne politische Rolle ausfüllen.
- Verlängerte zudem Kredite zugunsten von Kuba

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Vom Rechtsanwalt wird er
zu Kubas "Maximo Lider"
Der erkrankte kubanische Staatschef Fidel Castro ist nach Einschätzung des brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva zur Rückkehr an die Macht bereit. Lula sagte nach einem Treffen mit Castro in Havanna, der 81-Jährige sei "bereit, seine politische Rolle in Kuba auszufüllen". Castros Gesundheit sei "einwandfrei", sein Geist "unglaublich klar".
Lula verglich den "Maximo Lider", der die Amtsgeschäfte nach einer Darmoperation im Juli 2006 an seinen Bruder Raul übertragen hatte, mit einem Sportler, der sich wieder auf Wettkämpfe vorbereite. Auf Fotos von dem Treffen ist Castro lachend in einer roten Trainingsjacke zu sehen.
Der brasilianische Präsident war zum zweiten Mal in seiner Amtszeit zu einem Besuch in Havanna eingetroffen. Tags darauf unterzeichneten er und der amtierende kubanische Staatschef Raul Castro in Havanna eine Reihe von Wirtschaftsabkommen.
Kritik von Castro übergangen
Das Gespräch zwischen Lula und Fidel Castro dauerte den Angaben zufolge zweieinhalb Stunden. Dabei hätten sie über "alle möglichen Themen" gesprochen, sagte Lula kurz vor seinem Rückflug nach Brasilien. Mit Castro verbindet den aus der linken Gewerkschaftsbewegung stammenden Lula eine alte Freundschaft, die in jüngster Zeit jedoch etwas getrübt ist. Castro hatte Lula scharf dafür kritisiert, dass Brasilien aus Zuckerrohr den Bio-Kraftstoff Ethanol herstellt. Damit passe es sich den USA an und trage zur Preisexplosion von Agrar-Gütern bei. Lula nahm zu den Vorwürfen nicht Stellung.
Erneute Amtsperiode ungewiss
Die Äußerungen des brasilianischen Präsidenten heizen die Spekulationen über die politische Zukunft Castros an. Am Sonntag finden in Kuba Parlamentswahlen statt, bei denen Castro trotz seiner Erkrankung antritt. Die Kandidatur ist Voraussetzung für eine mögliche Wiederwahl als Staatschef. Im Dezember hatte Castro in einem Schreiben einen möglichen Rückzug von der Macht angedeutet. "Es ist meine Pflicht, mich nicht an das Amt zu klammern oder den Aufstieg viel jüngerer Menschen zu blockieren", schrieb Castro, der seit seiner Darmoperation nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten ist. Allerdings strahlt das Fernsehen gelegentlich im Voraus aufgezeichnete Beiträge mit ihm aus.
Lula und Übergangs-Staatschef Raul Castro vereinbarten, dass Brasilien Kuba bei der Suche nach möglichen Ölvorkommen vor der Küste der Karibikinsel unterstützt. Außerdem wurden unter anderem Verträge über brasilianische Kredite für die Modernisierung einer Nickel-Fabrik und Importe landwirtschaftlicher Erzeugnisse geschlossen.
Brasilien ist nach Venezuela der zweitwichtigste Handelspartner Kubas in Lateinamerika. Das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern erhöhte sich von 117 Millionen Dollar (78,6 Mio. Euro) im Jahr 2002 auf 453 Millionen im Jahr 2006. (apa/red)
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