Mittwoch, 16. Jänner 2008

23 Tote bei Anschlag auf Bus in Sri Lanka:
Rebellen beenden Waffenstillstand vorzeitig

  • Zahlreiche Kinder im Bus auf dem Weg zur Schule
  • Regierung will LTTE heuer gewaltsam zerschlagen

Wenige Stunden vor dem Ende des Waffenstillstands in Sri Lanka sind bei einem Anschlag auf einen Bus im Südosten der Insel mindestens 23 Menschen getötet worden. Das Verteidigungsministerium teilte mit, in dem Bus seien zahlreiche Kinder auf dem Weg zur Schule gewesen. Die Regierung machte Tamilen-Rebellen für die Tat verantwortlich.

Die Polizei teilte mit, 67 Menschen seien bei dem Anschlag in Buttola 200 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Colombo verletzt worden. Die Angreifer hätten zunächst eine Mine am Straßenrand gezündet und dann das Feuer auf den Bus eröffnet. Es seien auch drei Soldaten verletzt worden.

Der Waffenstillstand zwischen der Regierung und den Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE), der schon seit zwei Jahren nur noch auf dem Papier bestand, endet um Mitternacht. Die Regierung hatte das von Norwegen vermittelte Abkommen vor zwei Wochen aufgekündigt. Die Armee will die LTTE heuer vernichtend schlagen und den 25-jährigen Bürgerkrieg auf der südasiatischen Insel gewaltsam beenden.

Die Rebellen kontrollieren nach schweren militärischen Rückschlägen seit dem Sommer 2006 weiterhin große Teile des Nordens Sri Lankas. Mit dem Ende des unter norwegischer Vermittlung zustandegekommenen Waffenstillstands nach knapp sechs Jahren zieht auch die nordische Mission der Überwacher des Abkommens (SLMM) ab.

Die Armee teilte mit, im Norden der Insel seien heftige Kämpfe mit der LTTE entbrannt. Über Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Buttola, wo es zu dem Anschlag auf den Bus kam, liegt nördlich des Yala-Nationalparks, der auch von Touristen besucht wird. Die LTTE kämpft für einen unabhängigen Staat für die tamilische Minderheit Sri Lankas. Der seit 1983 andauernde Bürgerkrieg hat bisher mehr als 75.000 Menschen das Leben gekostet. (apa/red)

16.1.2008 13:27