Israelischer Vorstoß in den Gaza-Streifen: Neun Palästinenser von Soldaten getötet
- Unter Toten auch Sohn des Hamas-Führers Al-Sahar
- Radikalislamische Hamas nimmt Fatahvertreter fest
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richtet keinen Schaden an
Beim blutigsten Militäreinsatz seit mehr als einem Jahr im Gaza-Streifen hat die israelische Armee 19 Palästinenser getötet und mehr als 40 verletzt. Bei den Toten handelte es sich nach Krankenhausangaben überwiegend um Mitglieder militanter Organisationen. Unter ihnen war auch ein Sohn des Hamas-Führers und ehemaligen Außenministers Mahmoud al-Sahar. Die radikal-islamische Palästinenser-Organisation rief drei Tage Trauer aus. Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas von der mit der Hamas rivalisierenden Fatah-Bewegung verurteilte den Einsatz als "Massaker", das nicht hingenommen werden könne.
Der 23-jährige Hussam al-Sahar sei bei heftigen Kämpfen im Viertel Saitun in Gaza getötet wurden, hieß es aus palästinensischen Kreisen. Die mit Panzern vorrückenden israelischen Bodentruppen wurden von der Luftwaffe unterstützt. Augenzeugen berichteten von heftigen Feuergefechten, bei denen Israel Panzergranaten und die Palästinenser Mörsergranaten und Schnellfeuergewehre einsetzten. Am Abend wurden in Beit Hanun im nördlichen Gaza-Streifen bei einem Angriff der israelischen Luftwaffe zwei Hamas-Mitglieder getötet. Sie hatten zuvor Kassam-Raketen auf die israelische Grenzstadt Sderot gefeuert.
Der 23-Jährige ist der zweite Sohn Mahmoud al-Sahars, der von israelischen Sicherheitskräften getötet wurde. Khaled al-Sahar war 2003 bei einem Angriff ums Leben gekommen. Mahmoud Sahar nannte den Tod seines zweiten Sohnes ein "Verbrechen und Ergebnis des Besuchs von US-Präsident George W. Bush in der Region". Die Hamas werde "zur passenden Zeit und angemessen reagieren". Die mit der Hamas rivalisierende Regierung im Westjordanland sprach Sahar ihr Beileid aus.
Der in der Früh begonnene israelische Vorstoß im Gaza-Streifen endete gegen Mittag, als die Truppen sich zurückzogen. Ziel war laut Armeeangaben, den andauernden Raketenbeschuss von dorther zu unterbinden. Es war der folgenschwerste Einsatz seit dem 8. November 2006, als bei einem israelischen Artillerieangriff auf Beit Hanun 19 Menschen getötet wurden, zumeist Frauen und Kinder.
Ecuadorianischer Kibbuz-Helfer von Hamas ermordet
In einem israelischen Grenzort wurde im Verlauf der Gefechte unterdessen ein 20-jähriger freiwilliger Kibbuz-Helfer aus Ecuador von einem Hamas-Scharfschützen erschossen. Der Mann arbeitete den Angaben zufolge nahe dem Grenzzaun auf einem Feld, als er tödlich getroffen wurde.
Abbas sagte vor Journalisten in Ramallah, das palästinensische Volk könne angesichts der israelischen Aktivitäten, "die nicht dem Frieden dienen, den wir anstreben", nicht gleichgültig bleiben. In Jerusalem hatten offiziell die Verhandlungen Israels und der Palästinenser über die Hauptstreitpunkte ihres Konflikts begonnen. Beide Seiten wollen binnen eines Jahres eine endgültige Friedensregelung aushandeln.
Der ehemalige palästinensische Ministerpräsident Ahmed Korei, der gemeinsam mit der israelischen Außenministerin Tzipi Livni die Friedensgespräche führt, kritisierte den israelischen Angriff scharf. Weitere Verhandlungen seien "absurd, wenn nichts getan wird, um die israelischen Aktionen gegen unser Volk zu stoppen", hieß es in einer Stellungnahme Koreis. Er rief die internationale Gemeinschaft auf, die Verantwortlichen zur Ordnung zu rufen.
Der israelische Regierungssprecher Mark Regev sagte: "Israel handelt, um seine Zivilbevölkerung vor dem täglichen Raketenbeschuss zu schützen. "Eine Sprecherin der israelischen Streitkräfte erklärte, der Tod des Freiwilligen aus Ecuador zeige, dass Verteidigungsmaßnahmen notwendig seien.
(apa/red)
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