Grausames Blutbad in Kabuler Luxushotel: Vier Verdächtige nach Anschlag verhaftet
- Mindestens sieben Tote: Genaue Opferzahl unklar
- Norwegischer Minister beendet Aufenthalt vorzeitig
·Afghanistan weist UNO-Diplomaten aus
Soll angeblich Kontakte mit Taliban gehabt haben
Nach dem Taliban-Angriff auf das einzige Luxushotel Afghanistans hat die Polizei vier Verdächtige festgenommen. Bei dem Anschlag waren mindestens sieben Menschen getötet worden, zu ihm bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch nicht klar.
Unter den Festgenommenen sei auch einer der mutmaßlichen Angreifer, der seine mit Sprengstoff gefüllte Weste "aus bisher ungeklärten Gründen" nicht gezündet habe, erklärte der Chef des afghanischen Geheimdienstes, Amrulla Sala. Insgesamt seien drei Angreifer mit Sprengstoff-Westen in das Fünf-Sterne-Hotel Serena eingedrungen, sagte Sala. Einer von ihnen hätte eine Explosion ausgelöst, ein zweiter sei von den Sicherheitskräften zuvor erschossen worden. Ein vierter Mann hatte die Attentäter nach Angaben des Geheimdienstes zum Hotel gebracht. Dieser sei mit zwei Komplizen im Versteck der Attentäter in Kabul festgenommen worden.
"Wir haben die Planer dieses terroristischen Anschlages gefangen genommen", sagte Sala. Der Geheimdienst beschuldigte Siraj Hakkani, einen bekannten Aufständischen, der in der pakistanischen Stammesregion Nord Waziristan vermutet wird, den Anschlag auf das Hotel geplant zu haben. Die US-Streitkräfte habe 200.000 Dollar (134.273 Euro) Belohnung für Hinweise zu einer Ergreifung ausgesetzt.
Nach Angaben eines Hotelsprechers drangen die Angreifer durch die Haupteingangstür in das Hotel ein und erschossen dabei mindestens zwei afghanische Wachleute. Ein Selbstmordattentäter habe sich im Eingangsbereich in die Luft gesprengt. Ein oder mehrere Bewaffnete seien daraufhin mit Pistolen und Granaten weiter in das Hotel eingedrungen und hätten um sich geschossen. Ein US-Bürger und eine philippinische Angestellte starben den Angaben zufolge im Wellness-Bereich. Ein norwegischer Fotograf wurde in der Eingangshalle getötet.
Auch der norwegische Außenminister Jonas Gahr Störe hielt sich zum Zeitpunkt des Anschlags in dem Hotel auf. Er blieb unverletzt, kündigte aber seine vorzeitige Abreise aus Kabul an. Störe werde aus Kabul abreisen, teilte die norwegische Regierung mit.
(apa/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Erdbeben in Italien13:28
Österreich spürte BebenÜber 1.000 Menschen meldeten Erdstöße - sogar bis Linz und Wien spürbar
