Italiens Müll-Affäre weitet sich weiter aus:
Nun auch heftige Proteste auf Sizilien
- Schulen im Großraum Neapel bleiben geschlossen
- Soldaten für Transport des Unrats abkommandiert
·Müll-Chaos macht Prodi arg zu schaffen
Norditalien will Unrat aus Neapel nicht übernehmen
·Zwei Verletzte bei Demos gegen Deponie
Neapel: Polizisten von Demonstranten attackiert
·Die "Müllkrise" in
Neapel spitzt sich zu
Bürger protestieren
gegen eine alte Deponie
·"Müllnotstand" in Neapel immer ärger!
Verärgerte Neapolitaner zündeten Abfallberge an
Auch auf Sizilien ist es zu Protesten gegen den Müll aus Neapel gekommen. Hunderte Umweltaktivisten demonstrierten bei der Ankunft eines mit 1.500 Tonnen Abfall beladenen Schiffs im Hafen von Porto Empedocle unweit der Stadt Agrigent. Die Polizei verhinderte Krawalle. Auf Sardinien war es zu Unruhen wegen Mülltransporten aus Neapel gekommen.
In Neapel selbst bleibt die Situation schwierig. Soldaten kamen zum Einsatz, um die Straßen der süditalienischen Großstadt von den Tonnen Unrat zu befreien, der sich seit Wochen türmt. In mehreren Ortschaften um Neapel blieben die Schulen gesperrt.
Berlusconi fordert Prodi-Rücktritt
Der italienische Oppositionschef Silvio Berlusconi setzte die Regierung Prodi arg unter Druck. "Italien ist zu einem Dritte Welt-Land geworden. Die Müllkrise hat für Italien riesige Schäden zur Folge. Nicht nur für den Tourismus, sondern auch für die Landwirtschaftsproduktion", kritisierte Berlusconi, der den Rücktritt des Kabinetts verlangt.
Premierminister Romano Prodi hatte diejenigen Regionen scharf kritisiert, die sich gegen die Hilfe bei der Lösung des Müllproblems in Neapel ausgesprochen hatten. "Es ist eine Schande, dass ein Land wie das unsere keine gemeinsame Verantwortung zeigt", so Prodi, nachdem Regionen wie die Lombardei oder Venetien keine Bereitschaft gezeigt hatten, Müll aus Neapel zu übernehmen. (apa/red)
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