"Mohammed war kein Kinderschänder!" In Antwerpen neue Töne von FPÖ-Chef Strache
- Winters Aussage sei "unglücklich & missverständlich"
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FPÖ-Chef Strache hat sich von den islamfeindlichen Äußerungen seiner Grazer Spitzenkandidatin Winter distanziert. Er werde dafür Sorge tragen, "dass es in Zukunft nicht mehr vorkommen kann, dass jemand Formulierungen verwendet, die dann vielleicht aus dem Zusammenhang gerissen werden können. Mohammed war selbstverständlich kein Kinderschänder", versicherte er in Antwerpen.
Gleichzeitig versicherte Strache in der belgischen Hafenstadt bei der Pressekonferenz rechtsgerichteter Parteien zur Gründung einer Allianz "Städte gegen Islamisierung", Winter habe mit ihren Aussagen aktuelle Probleme thematisieren wollen. "Es kann nicht sein, dass ein erwachsener Mann Kinder durch Zwangsverheiratung zugesprochen bekommt", meinte der FP-Chef. Diese Probleme gebe es sehr wohl in Wien. Die Aussagen Winters nannte Strache aber "unglücklich und missverständlich".
Dewinter: Aussagen "unglücklich"
Auch der Fraktionschef des fremdenfeindlichen Vlaams Belang, Filip Dewinter, nannte die Aussagen der Grazer FPÖ-Politikerin Susanne Winter als "unglücklich". "Was sie gesagt hat über Mohammed ist ihre persönliche Verantwortlichkeit", so Dewinter. Gleichzeitig betonte er, Geschichte interessiere ihn nicht. "Wir müssen uns auf den politischen Islam konzentrieren."
Strache ließ übrigens über den Parteipressedienst in Wien ausrichten, er "stehe voll und ganz hinter der Person Susanne Winters". Von einer Distanzierung könne keine Rede sein, betonte Strache. "Wir lassen uns in der FPÖ nicht auseinanderdividieren."
Städtebündnis gegen Islamisierung
Dewinter und Strache stellten in Antwerpen gemeinsam mit Markus Beisicht von der rechtspopulistischen Bürgerbewegung "pro Köln" die Initiative "Städte gegen Islamisierung" vor. Wie Dewinter erläuterte, will die Allianz als erstes ein Moratorium für den Bau von Moscheen in europäischen Städten durchsetzen. Strache sagte dazu, ein Bauverbot für Moscheen sollte man "selbstverständlich andenken", man müsse aber auch nach Regionen differenzieren. So gebe es in Wien "einen Wildwuchs von Moscheen". Zusammen mit islamischen Gebetshäusern und Vereinslokalen gebe es davon schon mehr als Kirchen.
Nach Angaben von Dewinter geht die Initiative auf den Vlaams Belang zurück. Ihr gehörten die Städte Brüssel, Gent, Antwerpen, Mechelen, Wien, Graz, Rotterdam, Utrecht, München, Berlin, Köln, Rom, Bologna, Venedig, Lille, Straßburg, Paris und Marseille an. Als Teilnehmer der Initiative werden von den Organisatoren auch die deutschen Republikaner genannt.
Dewinter zieht Parallelen zu NS-Regime
Dewinter kritisierte das zunehmende Vordringen des politischen Islam in Europa. Jüngstes Beispiel seien "politisch korrekte Islam-Fonds" der Bank Fortis, sagte er. Während es vor Jahrzehnten geheißen habe, "kauft nicht bei Juden", heiße es jetzt "kauft nicht bei Islam-unfreundlichen Betrieben", zog Dewinter sogar Parallelen zum NS-Regime.
"Koran und Scharia haben hier in Europa keinen Rechtswert", sagte Strache. In Europa habe es Fehlentwicklungen durch eine falsche Massenzuwanderungspolitik gegeben. Nun müssten die Europäer bereit sein, ihre Grundfreiheiten zu verteidigen. Beisicht kündigte "einen großen Antiislam-Kongress" für Herbst in Köln an. (APA/red)
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