Dienstag, 15. Jänner 2008

Weniger illegale Einwanderer: Schlepper- kriminalität 2007 deutlich zurückgegangen

  • Schlepper sind vermehrt in Kleingruppen unterwegs
  • Auch Zahl der Asylanträge ist 2007 deutlich gesunken

Die Schleppereikriminalität in Österreich ist 2007 im Vergleich zum Jahr davor deutlich zurückgegangen. Waren laut Bundeskriminalamt (BK) 2006 noch 17.334 Fälle registriert worden, bei denen Flüchtlinge illegal ins Land geschleust wurden, so verzeichneten die Behörden im Vorjahr nur noch 9.572. Zusätzlich wurden um rund 25.000 Aufgriffe weniger verzeichnet als 2006. Auch die Zahl der Asylanträge ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken.

2006 waren 39.814 Personen nach unrechtmäßiger Einreise nach Österreich angehalten worden, in den Rekordjahren 2001 und 2002 war diese Zahl auf mehr als 48.000 gestiegen. 2007 erfolgte den BK- Statistiken zufolge, die von Innenminister Platter präsentiert wurden, ein signifikanter Rückgang auf 14.862 Personen.

Der überwiegende Teil der Schlepperkriminalität wird über die Ost- Grenzen abgewickelt. "Der Trend zeigt, dass die Schlepper vermehrt in kleineren Gruppen unterwegs sind", so Platter. Die meisten Flüchtlinge, die den Schleppern meist ihre gesamten Ersparnisse überlassen müssen, kommen aus Serbien, der Russischen Föderation (Tschetschenien), der Ukraine und der Republik Moldova (Moldawien). 2007 wurden in Österreich 654 Schlepper aufgegriffen, 2006 waren es 864.

Weniger Asylanträge
2007 wurden in Österreich so wenig Asylanträge gestellt, wie schon seit zehn Jahren nicht mehr. Platter berichtete, dass die Zahl von 22.000 im Jahr 2005 auf 13.350 im Jahr 2006 und schließlich auf 11.879 Asylanträge im Vorjahr gesunken ist. Bei der Zuwanderung war gegenüber 2006 ein leichter Zuwachs (von 20.259 auf 21.587) zu verzeichnen.

"In den USA wurden 2005 etwa 50.000 Asylanträge gestellt, in Deutschland 28.000 und in Österreich 22.000. Das war eine große Unverhältnismäßigkeit, weshalb die Einführung des Fremdenrechtspakets sehr wichtig war", betonte Platter. Die Schengenerweiterung im Dezember 2007 hat laut Platter keinerlei Veränderungen gebracht: Die Zahlen von 2006 und 2007 seien nahezu ident.

Der Innenminister versuchte auch der Diskussion rund um das Flüchtlingslager Traiskirchen (NÖ) die Aufregung zu nehmen: Am 31. Dezember 2005 zählte die Außenstelle des Bundesasylamtes 1.529 Bewohner, am 31. Dezember des Folgejahres 749 und Ende 2007 nur noch 710 Personen. "Mit heutigem Tag liegen wir bei 757 Personen", so Platter.

Einen Rückgang verzeichneten die Behörden auch bei den offenen Asyl-Verfahren. Waren es Ende 2006 noch 39.743, so lag laut Platter die Zahl exakt ein Jahr später bei 32.762. Überdies habe es im Vorjahr mit 2.838 auch weniger Abschiebungen gegeben als 2006 (4.090). Ein deutliches Minus, nämlich knapp 20 Prozent verzeichnete auch die Schubhaft-Statistik (von 8.694 auf 6.960).

"Es pendelt sich jetzt ein", freute sich der Innenminister über die Zuwanderungszahlen. Waren es 2005 noch 53.000 Personen, so sank dieser Wert 2006 auf 20.259. Die leichte Steigerung im Vorjahr auf 21.587 führte Platter auf die Aufnahme von Schlüsselarbeitskräften zurück.

(apa/red)

15.1.2008 13:19