Freitag, 11. Jänner 2008

21 Länder - 320 Pannen: Mit dem Kultauto Trabi nach Kambodscha - eine Nervensache!

  • Berge, Wüste, eisige Winter - der Trabi schaffte alles
  • In sechs Monaten von Deutschland nach Kambodscha

Diese Fahrt war nur etwas für starke Nerven. Acht Fahrer traten an zur großen Fahrt von Deutschland nach Kambodscha. Aber nur vier erreichten das Ziel. Die anderen ließen entnervt ihre Trabanten stehen und nahmen lieber den Flieger. Denn wer mit dem DDR-Kult-Auto reist braucht Zeit, Geduld und einen guten Mechaniker.

Sechs lange Monate dauerte die Fahrt der drei Amerikaner und einem Engländer mit ihren zwei Trabis von Deutschland nach Kambodscha. Die vier Abenteurer sind die Strecke gefahren, um Geld für dort lebende Straßenkinder zu sammeln. Das DDR-Kult-Auto hielt die Tortur erstaunlich gut durch: Während der sechsmonatigen Reise durch 21 Länder gab es zwar 320 Pannen. Aber keine war so schwerwiegend, dass sie nicht behoben werden konnte.

10 Pannen am Tag
An einigen Tagen habe es bis zu zehn pannenbedingte Unterbrechungen gegeben, sagte der 26-jährige Teamchef John Lovejoy. Beim Start im Juli vergangenen Jahres waren ursprünglich acht Abenteurer dabei, vier von ihnen gaben irgendwann entnervt auf. Die verbliebenen vier Trabi-Fahrer brachten 16.000 Dollar (10.880 Euro) nach Kambodscha mit. Das Geld geht an zwei Organisationen, die sich um Straßenkinder kümmern: Mith Samlanh und M'Lop Tapang.

26.000 Kilometer bezwungen
Die Trabis bezwangen den Stadtverkehr europäischer Großstädte, die Wüste von Turkmenistan, die Berge von Tadschikistan und die kasachische Steppe und überstanden selbst den sibirischen Winter. Weihnachten und Neujahr verbrachten die vier Fahrer in Laos, ehe es in der Schlussetappe über Thailand nach Kambodscha ging. "Die letzten Wochen waren wirklich eine große Herausforderung", sagte der 25-jährige Londoner Dan Murdoch. "Die Autos haben uns viel Kummer gemacht." Nach einer Fahrt über 26.000 Kilometer brach die Gruppe am Mittwoch von Phnom Penh in die Küstenstadt Sihanoukville auf. Dort wollen die Trabi-Fahrer weitere Spenden sammeln und das Strandleben genießen. (apa/red)

11.1.2008 14:36