Mittwoch, 9. Jänner 2008

Normalbenzin oft so teuer wie Superbenzin: Kaufverhalten soll damit beeinflusst werden

  • Normalbenzin könnte bald vom Markt verschwinden
  • Der ÖAMTC rät: Bei Preisgleichstand Super tanken

An fast zwei Drittel aller österreichischen Tankstellen bezahlen Autofahrer für Normal- und Superbenzin denselben Preis, rechnete der ÖAMTC vor. In Deutschland gibt es diesen Trend bereits seit dem Vorjahr. Befürchtungen, dass Normalbenzin ganz vom Markt verschwindet, tritt die heimische Mineralölwirtschaft entgegen, der ÖAMTC will das aber nicht so recht glauben. "Angesichts der Preisentwicklung liege die Vermutung eines Verschwindens des billigsten Ottokraftstoffes aber nahe", so ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brugger-Brandau.

Ihr Rat an die Konsumenten: "Bei Preisgleichstand Superbenzin tanken. Aufgrund der höheren Energieeffizienz fährt man damit weiter." In Richtung der Mineralölfirmen richtet der ÖAMTC den Appell, die Kunden transparent zu informieren, statt kommentarlos an der Preisspirale zu drehen. Derzeit ist der Preis für Normalbenzin völlig überhöht. Superbenzin ist das höherwertige Produkt, die Besteuerung ist dieselbe. "Das heißt, Normalbenzin wird zu teuer verkauft. Mit dieser künstlichen Preispolitik will man offensichtlich das Kaufverhalten beeinflussen", kritisiert die ÖAMTC-Expertin.

Kaum noch Normabenzin-Motoren
Nur mehr rund 25 Prozent des Benzinverbrauchs entfallen in Österreich auf Normalbenzin. Grund für das Verschwinden des Benzins mit 91 Oktan (Eurosuper besitzt eine "Klopffestigkeit" von 95 Oktan) ist, dass kaum noch Neuwagen mit "Normalbenzin-Motor" ausgeliefert werden. In Deutschland geht der Automobilclub AvD davon aus, dass Normalbenzin im Laufe der Zeit ganz verschwinden wird. Dann würden sich die Tankstellen die getrennte Lagerung der beiden Benzintreibstoffe ersparen. (APA/red)

9.1.2008 16:00


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