Indische Tata stellt 2.500-Dollar-Auto vor:
Boom bei günstigen Fahrzeugen erwartet
- Autopapst Dudenhöffer sinniert über die Billig-Wagen
- Deutsche Autobauer verweigern sich neuem Trend

·Bis 2020 große Nach- frage nach Billigautos
Mit 2.500 bis 5.000 Dollar ist man dann schon dabei
·General Motors: Ab 2018 fahrerlose Autos
Keine Science Fiction: Technik existiert bereits
·Luxus-Autos, Billig- Modelle und SUV-Boom
KLICKEN: Die Trends der Autobranche für 2008
·Renault-Boss: Künftig mehr Billigautos bauen
TREND: Ghosn will Dacia Logan verstärkt anbieten
Mit dem angekündigten 2.500-Dollar-Wagen (1.700 Euro) treibt der indischen Autobauer Tata nach Ansicht des Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer den wachsenden Markt für Billigautos voran. In einer in Gelsenkirchen vorgelegten Studie geht er davon aus, dass in acht Jahren weltweit mindestens zehn Mio. Autos unter 10.000 Dollar verkauft werden. In boomenden Ländern wie Indien oder China dürfte jedes dritte Auto ein Billigauto sein. Heute seien es knapp acht Prozent.
Tata könne mit seinem "One Lakh Car" den Hochglanzwagen auf der wenige Tage später beginnenden Automesse in Detroit damit die Show stehlen. Einen Vorgeschmack auf die rasante Aufholjagd der Billigautos habe bereits der 2004 eingeführte Dacia Logan gegeben, erklärte Dudenhöffer. Noch vor dem Jahr 2010 werde Renault jährlich eine Million Exemplare verkaufen, schätzt er. Wider Erwarten verkaufe sich der in Deutschland gerade einmal um die 6.000 Euro teure Logan auch hierzulande gut.
Kleine voran
In dem weltweit am schnellsten wachsenden Bereich des Automarktes werden sich nach Einschätzung des Fachmannes neben Renault mit seinem Dacia und Tata auch Fiat, Toyota und chinesische Autobauer wie Cherry oder Geely tummeln. Deutsche Vorzeigekonzerne wie Volkswagen haben die Produktion eines Billigautos dagegen klar ausgeschlossen. "Vielleicht, weil es für die Ingenieure in Wolfsburg oder Rüsselsheim keine Autos sind, auf die ein deutscher Ingenieur stolz sein kann", mutmaßte Dudenhöffer.
30 PS müssen reichen
Trotz einfachem Design und sparsamer Technik muss sich das indische Billigauto zumindest in Sachen Klimaschutz nicht verstecken - im Gegenteil. Der Viersitzer verbraucht mit seinem 30-PS-Benzinmotor dank Leichtbauweise weniger als vier Liter pro 100 Kilometer. "Damit kommt ein Porsche Cayenne Turbo keine 27 Kilometer weit", verglich Dudenhöffer. Der Kohlendioxid-Ausstoß liegt zudem mit 97 Gramm pro Kilometer schon heute unter der geforderten EU-Norm von 120 Gramm und deutlich unter den Werten der deutschen Autobauer. (APA/red)
