Montag, 7. Jänner 2008

Erschreckende Bilanz bei Feinstaub-Studie: Direkte Zusammenhänge mit Erkrankungen

  • Grüne fordern vehement Bericht-Veröffentlichung
  • Geltende Grenzwerte sind in der EU viel zu hoch

Die steirischen Grünen verlangten von Gesundheitslandesrat Helmut Hirt die "sofortige Veröffentlichung" einer Feinstaub-Studie, die von diesem beim Hygiene-Institut der Universität Wien in Auftrag gegeben wurde. In der Studie finden sich "erschreckende Zahlen über Erkrankungen und Mortalitätsraten in der Bevölkerung, die direkt mit Feinstaub zusammenhängen. Auch der hohe Anteil des Kfz-Verkehrs an der Feinstaubbelastung wird evident - und dass die geltenden Grenzwerte in der EU viel zu hoch seien".

Hagenauer meinte, wenn die Landesregierung die Studie nicht veröffentliche, werde man Hirt mittels einer dringlichen Anfrage in der nächsten Landtagssitzung dazu bringen. "Diese Studie wurde vom Geld der Steuerzahler erstellt und nicht aus der Privatschatulle des Landesrates - also hat die Öffentlichkeit auch ein Recht darauf zu erfahren, was die Ergebnisse der Forschungen in Bezug auf die gesundheitlichen Schäden wegen des Feinstaubs auf die Grazer sind", so der Grüne Abgeordnete.

Untersuchung "auf Eis"
Dem "Standard" zufolge liege die Untersuchung seit Wochen auf Eis. Der Autor der Studie, Manfred Neuberger vom Institut für Hygiene der Med-Uni Wien, hat laut dem Bericht auch Daten zu Wien und Linz gesammelt. In Wien und Graz käme es "schon pro zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Luft zu einem Anstieg von Todesfällen um etwa 1,5 Prozent". Neuberger: "Aus Sicht der Medizin müsste man die Grenzwerte für PM10 deutlich senken, anstatt einen Kniefall vor der Autolobby zu machen."

Alamierende Ergebnisse in Graz
Für Graz, wo der Grenzwert 2006 an 120 Tagen überschritten wurde (oft sogar um das Dreifache), hieße das, dass es jedes Jahr Dutzende vorzeitige Sterbefälle aufgrund von Feinstaub gibt. Dabei wird in Graz ausschließlich PM10 und nicht - wie in Wien - auch der noch feinere PM 2,5-Staub gesondert gemessen. Die Messstellen in Graz teilweise umzurüsten wäre kein Problem - die Werte wären dann noch alarmierender, hieß es laut dem Bericht. Besonders betroffen sind laut Neuberger Kinder und Menschen über 65.

In Graz hat die Feinstaub-Problematik - im Gegensatz zu vergangenen Jahren - trotz des Gemeinderatswahlkampfes bisher eine eher untergeordnete Rolle gespielt.
(apa/red)

7.1.2008 11:05