Gute Stimmungslage: Heimische Tourismus-branche freut sich über viele Buchungen
- Wintersaison verspricht Zuwächse bei Beschäftigten
- 52 Prozent der Betriebe sind mit Saison zufrieden
·Tourismus: Wien mit 5. Rekordjahr in Folge
Für die EURO 08 sind fast alle Zimmer schon belegt
·Buchungen: Keine stillen Weihnachten
Zahl der Gäste aus Ost-Europa stark angestiegen
·EURO 08 verschreckt
"klassische" Touristen
Fußball und Urlaub sind nicht immer kompatibel
Auch wenn viele Urlauber den letzten Sommer eher kalt und nass in Erinnerung haben, die Tourismusbranche zeigt sich durchwegs zufrieden mit der abgelaufenen Saison. Mehr als die Hälfte der Unternehmen geben dem Sommer 2007 gute Noten, 16 Prozent sind sogar sehr zufrieden. Gar nicht zufrieden waren lediglich 8 Prozent. Und es soll noch besser werden denn 74 Prozent der Betriebe stehen dem Verlauf der Wintersaison positiv entgegen
Zur Halbzeit der Wintersaison 2007/08 herrscht bei Österreichs Tourismusbetrieben eine positive Stimmungslage. Einer aktuellen market-Umfrage zufolge sind 70 Prozent der Hoteliers mit den Buchungen für die laufende Saison zufrieden, beinahe ein Drittel weist zum Jahreswechsel höhere Nächtigungszahlen im Vergleich zum schneearmen Winter 2006/07 aus. Die Umsatzerwartungen liegen hoch, Schätzungen für den Gesamtwinter gehen von einem durchschnittlichen Umsatzplus von beinahe 5 Prozent aus.
Die Saison laufe "auf jeden Fall besser" als die Vorjahres-Saison, zeigte sich der Tourismusobmann der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Johann Schenner, am Montagabend vor Journalisten überzeugt. Selbst wenn durch den frühen Ostertermin von stagnierenden Nächtigungszahlen auszugehen sei. Die Umsatzprognosen versprechen insgesamt ein "tolles" Jahr, das decke sich auch mit der Einschätzung der Betriebe, sagte der Meinungsforscher David Pfarrhofer bei Vorstellung der repräsentativen Online-Umfrage im Auftrag der WKÖ (Sample 3.285 Betriebe, davon 986 Hotellerie und 2.299 Gastronomie).
Gastronomen weniger optimistisch
Insgesamt zeichnet sich die Hotellerie für den Winter 2007/08 im Vergleich zur Gastronomie durch einen stärkeren Optimismus aus. Die Stimmung in der Gastronomie ist etwas verhaltener. Während 35 Prozent der Hotelbetriebe mit höheren Umsätzen rechnen, sind in der Gastronomie nur 25 Prozent davon überzeugt. An sinkende Umsätze glauben bei den Hoteliers nur 11 Prozent, bei den Gastronomen sind es 16 Prozent.
Steigerungsraten bis 10 Prozent
Dennoch sind für 32 Prozent der Hoteliers und 29 Prozent der Gastronomiebetriebe 3 Prozent höhere Saisonumsätzen erzielbar, geht aus der Umfrage hervor. 39 Prozent der Hotellerie ist demzufolge sogar von einer 5-prozentigen Steigerung überzeugt, bei der Gastronomie sind es 35 Prozent. Mehr als ein Drittel der Tourismusbetriebe denkt sogar an Steigerungsraten bis 10 Prozent.
Stimmung im Westen besser
Die positive Stimmung über die derzeitige Buchungslage in der Hotellerie liegt im Westen (Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich) höher als im Osten Österreichs. Die Zufriedenheit mit der laufenden Wintersaison nimmt mit der Betriebsgröße zu: So sind etwa 85 Prozent der Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern sehr bis eher optimistisch eingestellt, bei Betrieben mit bis zu 20 Mitarbeitern waren es immer noch 76 Prozent, die ähnlich positiv urteilten.
Im November 2007 verzeichneten die Hotels und Beherbergungsbetriebe rund 3,6 Millionen Übernachtungen (+9,7 Prozent) die Ankünfte in- und ausländischer Gäste stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,9 Prozent auf 1,4 Millionen Urlauber.
Mehr Jobs
Als wichtiger Gradmesser für die wirtschaftliche Situation der Tourismusbranche erweist sich die dort vorherrschende Beschäftigungssituation. Bei gleich hohem Saisonnier-Kontingent für die Wintersaison 2007/08 rechnet Johann Schenner, Spartenobmann Tourismus in der Wirtschaftskammer Österreich, heuer mit einer höheren Beschäftigungsrate. Klar sei jedoch, "dass die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen im Dezember im Vergleich zum Dezember 2006 um 5,7 Prozent auf 28.412 Personen zurückging".
Bald 180.000 Beschäftigte
Parallel dazu gab es im Dezember des vergangenen Jahres 7.381 offenen Stellen, ein Plus von 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. "Die Anzeichen für weitere Beschäftigungsrekorde stehen gut, die Zahlen sind bereits zu Saisonbeginn im November hervorragend gewesen", so Schenner in einer Aussendung am Freitag. Aufgrund der sehr guten Zwischenbilanz der laufenden Wintersaison seien weitere Zuwächse an Beschäftigten und sinkende Arbeitslosenzahlen zu erwarten.
Schenner rechnet damit, dass im Dezember 2007 erstmals im Winter "die Schallmauer von 180.000 Beschäftigten" durchbrochen werden konnte. Im Vergleich lag die Beschäftigungsquote im Dezember 2006 bei 177.703 Personen.
