HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs:
WOMAN befragte Gynäkologen zum Thema
- Paul Sevelda ist Präsident der Krebshilfe Österreich
- Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky ist gefordert

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Seit rund einem Jahr steht europaweit eine Impfung zur Verfügung, mit der man sich vor Gebärmutterhalskrebs, ausgelöst durch das Humane Papilloma-Virus (HPV), schützen kann. Der Schutz wirkt am besten, wenn er bereits vor der Pubertät angewandt wird. Da diese Krankheit die vierthäufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen zwischen 15 und 45 ist, setzen sich Ärzte, Wissenschaftler, Politiker und Prominente für flächendeckende, kostenlose Impfprogramme ein.
WOMAN führte mit dem Gynäkologen Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda, Präsident der Österreichischen Krebshilfe (ÖKH), ein Interview zum derzeit so aktuellen Thema.
Woman: Sie fordern die baldige Umsetzung der Impfung für alle Mädchen zwischen 9 und 26 Jahren. Ist es denn egal, ob man mit 9 oder 26 geimpft wird?
Sevelda:
Woman: Viele Mehrfachmütter, Alleinerziehende oder Arbeitslose können ihren Töchtern diesen teuren Impfstoff nicht finanzieren. Andere Länder bezahlen ein Impfprogramm. Ist Österreich ärmer?
Sevelda: Ärmer sicher nicht, aber es fehlt derzeit der politische Wille, diese wichtige gesundheitspolitische Maßnahme umzusetzen. In Österreich gibt es zwar einzelne Initiativen von Gemeinden oder Bundesländern, die für die Impfung eine Unterstützung anbieten, das ist aber nicht genug, denn selbst 270 Euro wie z. B. in Niederösterreich kann für viele Familien ein nicht leistbarer Preis sein.
Woman: Setzt sich Frau Dr. Kdolsky Ihrer Meinung nach nicht für einen Zuschuss ein?
Sevelda: Ich selbst habe in mehreren persönlichen Gesprächen versucht, die Frau Ministerin von der Notwendigkeit der Impfung zu überzeugen. Ihre Argumente gegen die Impfung sind fachlich und wissenschaftlich sehr einfach zu widerlegen. Ich glaube aber auch, dass die Gesundheitsministerin einfach nicht die finanziellen Mittel, die sie für ein solches Impfprogramm benötigt, vom Finanzminister heraushandeln konnte.
Woman: Andrea Kdolsky sagte, die Wirksamkeit der Impfung sei an Kindern gar nicht getestet. Gibt es Daten dazu?
Sevelda: Selbstverständlich gibt es Daten zur Wirksamkeit. Dabei konnte gezeigt werden, dass das Immunsystem vor dem 15. Lebensjahr zu noch höheren Antikörperspiegeln fähig ist als bei Erwachsenen. Natürlich wurde auch die Nebenwirkung der Impfung beobachtet und untersucht. Der Impfstoff enthält keinerlei genetisches Material und ist als ein besonders sicherer und nebenwirkungsarmer bekannt.
Woman: Wie sehen Sie eine HPV-Impfung bei Knaben?
Sevelda: Männer sind oft Überträger beim Geschlechtsverkehr, und wir wissen, dass durch die Impfung der Männer die Rate der Überträger wesentlich reduziert würde. Es gibt bei Männern zwar auch HPV-assoziierte Krebserkrankungen wie das Anal- oder Peniskarzinom, aber selten. Aufgrund der Kosten-Nutzen-Relation muss die Impfung aller Mädchen das vorrangige Ziel bleiben.
Das vollständige Interview lesen Sie in WOMAN Nr. 1/08!
