Format-Dschungel scheint sich zu lichten:
Warner entscheidet sich exklusiv für Blu-ray
- HD-DVD nur noch von zwei Filmstudios unterstützt
- Krieg um DVD-Nachfolge schwelt schon seit Jahren

·Blu-ray kann in den USA mehr überzeugen
Kampf gegen HD-DVD aber nicht entschieden
·Blu-ray und HD-DVD derzeit zu unrentabel
Massenproduktion für Hersteller noch sinnfrei
·Kunden: No Definition
für High-Definition
Formatkampf verzögert bislang den Durchbruch
·PS-3-User haben kein
Interesse an Blu-ray
HD-Format der Konsole noch kein Kaufgrund
·HD-DVD-Befürworter setzen auf Internet
Mehr Interaktivität dank Breitbandanschluss
·Harte Geduldsprobe für Bluray und HD-DVD
Massenmarkt will nicht auf HD-Zug springen
Im Wettstreit um die Nachfolge der DVD hat das Industrielager des Standards Blu-ray einen wichtigen Sieg errungen. Das US-Filmstudio Warner Bros., das bisher seine Filme in beiden rivalisierenden Formaten veröffentlichte, hat sich ausschließlich für die Blu-ray Disc entschieden. Damit wird der andere Standard für Video in hoher Auflösung, HD DVD, in Hollywood nur noch von zwei Studios unterstützt: Universal und Paramount.
Da nun Warner, Sony, Disney, und 20th Century Fox hinter Blu-ray stehen, könnte die kritische Masse erreicht sein, die diesen Standard zum Sieger in dem seit mehreren Jahren andauernden Formatstreit macht.
Wer kauft, hat Recht?
"Die Verbraucher haben sich klar für Blu-ray entschieden", betonte der Präsident von Warner Home Entertainment, Kevin Tsujihara, in einer veröffentlichten Erklärung. Der Formatstreit habe die Verbraucher verunsichert und damit die Ausbreitung von Video in hoher Auflösung (High Definition, HD) gebremst.
Unter amerikanischen Industriebeobachtern brach nach der Entscheidung von Warner eine Diskussion darüber aus, ob der Formatkrieg nun zugunsten von Blu-ray entschieden sei. Bisher waren beide Lager so groß, dass sich kein Sieger abzeichnete. Erst im August hatte das Filmstudio Paramount, dass auch Filme von DreamWorks Animation veröffentlicht, sich für HD DVD statt Blu-ray entschieden. Ein wichtiges Argument für die HD DVD ist auch die Unterstützung des Softwareriesen Microsoft.
Die HD-DVD-Technologie ist etwas günstiger, während die Blu-ray Disc mehr Kapazität bietet. Ein möglicherweise entscheidender Faktor für den Ausgang des Formatstreits ist die Spielekonsole PlayStation 3. Das Sony-Gerät hat ein eingebautes Blu-ray-Laufwerk. Deshalb wurden in den USA zwar mehr Abspielgeräte des HD-DVD-Formats fürs Wohnzimmer verkauft, beim Absatz der Medien hat aber Blu-ray die Nase vorn.
Unglückliches Timing
Der Schritt von Warner kommt für das HD-DVD-Lager zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt: Erst kürzlich startete die tonangebende Elektronik-Messe CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas. Die angesetzte Pressekonferenz der HD-DVD-Gruppe wurde daraufhin abgesagt. Man wolle nun zunächst die Folgen der Warner-Entscheidung prüfen, hieß in einer knappen Erklärung.
Ein neues Format muss her
Ein Nachfolgeformat für die weit verbreitete DVD ist notwendig, weil sie nicht genügend Kapazität hat, um Filme in hoher Auflösung zu speichern. Film- und Elektronik-Industrie hofften auf ein großes Geschäft beim Übergang zur höheren Bildauflösung, da dafür neue Fernseher, Player und Speichermedien benötigt werden. Aber während praktisch alle heutzutage verkauften Fernseher HD-tauglich sind, breiteten sich Blu-ray und HD DVD bisher nur schleppend aus. (apa/red)
