Letzter Auftritt von Gates für Microsoft:
Mitgründer kündigt "digitale Dekade" an
- Milliardär widmet sich künftig nur noch Hilfsprojekten
- "Wir stehen in vielen Fällen noch völlig am Anfang"
·Gates "leidet" unter seinem Vermögen
Microsoft-Chef begehrt weniger Aufmerksamkeit
·Bill Gates ist zu reich
für das US-Finanzamt
Steuererklärung nur mit Spezialcomputer möglich
·Microsoft-Gründer Gates ist Ehrendoktor
"Überlegen Sie, was Sie sonst erreicht hätten!"
·Microsoft prophezeit Armeen von Robotern
Erfolg des PC-Zeitalters soll wiederholt werden
·Bill Gates träumt von einer Reise ins All
Ist reichster Mann auch bald ein Weltraumtourist?
·Bill Gates will selbst keinen Chip im Gehirn
Verbindung von Mensch und Computer geplant

Mit einer Demonstration futuristischer Computertechnologien hat Microsoft-Mitgründer Bill Gates auf der Consumer Electronics Show CES in Las Vegas seinen Rückzug aus dem operativen Geschäft des Softwarekonzerns eingeläutet. In der Eröffnungsrede der CES nahm Gates ein letztes Mal auf der größten amerikanischen Messe für Unterhaltungselektronik die traditionelle Rolle des Chef-Visionärs der Computer-Industrie ein.
Er präsentierte unter anderem einen neuartigen Computer für den Einsatz im Auto sowie neu entwickelte Computer-Handys.
Gates hatte vor der CES angekündigt, sich bis zum Sommer 2008 fast vollständig aus seiner Führungsposition bei Microsoft zurückzuziehen. Der mehrfache Milliardär möchte sich künftig auf seine Arbeit in der Bill & Melinda Gates Stiftung konzentrieren, die sich vor allem der Bekämpfung von Infektionskrankheiten in der Dritten Welt verschrieben hat.
"Wir stehen noch völlig am Anfang"
Gates sagte, er habe erstmals 2001 über das "digitale Jahrzehnt" gesprochen. Seitdem habe sich die Technologie mit atemberaubender Geschwindigkeit zum "zentralen Weg dafür entwickelt, wie wir arbeiten, lernen und spielen". "Aber in vielen Fällen stehen wir noch völlig am Anfang der Transformation, die Software ermöglichen wird."
In der kommenden "digitalen Dekade" werde Technologie das Leben reichhaltiger und produktiver machen und mehr kommunikative Möglichkeiten schaffen. Zu den Schlüsselelementen, die die Software-Entwicklung in den kommenden zehn Jahren wesentlich bestimmen würden, zählt Gates neben neuen hochauflösenden Displays auch überall online verfügbare Service-Angebote sowie natürliche Eingabe-Wege etwa über Berührung oder Sprachsteuerung.
"Surface" im Mittelpunkt
Wie sich Software-gesteuerte Geräte künftig intuitiv einfach per Berührung bedienen lassen können, demonstrierte Gates an einem Modell des von Microsoft entwickelten und vor einem halben Jahr erstmals vorgestellten "Computertisches" mit dem Namen "Surface". Auf dessen Oberfläche lassen sich Objekte per Berührung mit dem Finger bewegen sowie Aktionen ausführen. Gates demonstrierte, wie sich zum Beispiel der Käufer eines Snowboards das Design seines Brettes selbst zusammenstellen kann. Die Bestellung kann anschließend online erfolgen, indem ein auf dem Tisch liegendes Handy die Daten automatisch übermittelt.
Zusammen mit Robbie Bach, Entertainment- und Xbox-Chef von Microsoft, kündigte Gates etliche Partnerschaften mit Medienunternehmen an. Zusammen mit NBC Universal werde Microsoft zu den Olympischen Spielen in Peking ein umfangreiches TV-Angebot über seine Plattform MSN anbieten. Insgesamt 3.000 Stunden an Liveberichten sollen über das Microsoft-Portal auf Abruf verfügbar gemacht werden. Zur zentralen Medienplattform will Microsoft auch die Online-Spieleplattform Xbox Live für die Xbox 360 ausbauen. (apa/red)
