Ausstellung im Naturhistorischen Museum:
"Kinder der Eiszeit" - Fund 31.000 Jahre alt
- Europas zweitälteste menschliche Fundstücke gezeigt
- Schädelteile und Zähne von mindestens 5 Individuen

·Forschungs-Chronik zum Neandertaler
Von 600.000 vor Christus bis zum Erbgut-Projekt
·Verwandter des Menschen gefunden
Menschenaffenart ist
zehn Millionen Jahre alt
Die Schädel-, Zahn- und Knochen-Funde aus einer Höhle nahe dem tschechischen Dorf Mladec in Südmähren sind die zweitältesten Fundstücke vom frühen modernen Menschen in Europa. Wiener Forscher datierten die bereits im 19. Jahrhundert entdeckten Überreste 2005 auf ein Alter von 31.000 Jahren. Das NHM präsentiert die Fundstücke nun im Rahmen der Ausstellung "Kinder der Eiszeit" bis 26. Mai 2008.
Der Fund aus der Höhle von Mladec zählt laut dem NHM zu einem der umfangreichsten des frühen modernen Menschen in Europa. Er enthält die Schädelteile, Kiefer und Zähne von mindestens fünf Individuen - darunter sind neben Überresten von erwachsenen Männern und Frauen auch jene von Kindern. Bei den menschlichen Überresten wurden auch archäologische Artefakte gefunden. Älter als die Fundstücke von Mladec - allerdings weniger umfangreich - sind nur Ausgrabungen aus Rumänien.
Gräber aus Österreichs Eiszeit
Die Ausstellung "Kinder der Eiszeit" zeigt erstmals auch die neuen eiszeitlichen Funde vom Wachtberg in Krems mit dem spektakulären Fund eines Zwillingsgrabs, das zwischen 2005 und 2007 geborgen wurde. Gezeigt wird eine Kopie der sogenannten "Zwillingsbestattung". Diese rund 27.000 Jahre alten Gräber von Säuglingen, die mit einem Mammutschulterblatt abgedeckt wurden, gelten nicht nur als die einzig erhaltenen Gräber der Eiszeit in Österreich, sie lassen auch Rückschlüsse zu auf das Sozialverhalten unserer Vorfahren in der jüngeren Altsteinzeit.
Neuerscheinung zur Ausstellung
Neben der Ausstellung befasst sich auch die Neuerscheinung "Early Modern Humans at the Moravian Gate: The Mladec caves and their remains" (Springer Verlag) mit den wertvollen Fundstücken. Das Buch wurde von der Anthropologin Maria Teschler-Nicola vom NHM herausgegeben.
Ort: Naturhistorisches Museum Wien, 1., Burgring 7
Dauer: bis 26. Mai 2008
www.nhm-wien.ac.at
(apa/red)
