Donnerstag, 10. Jänner 2008

Rot-weiß-rotes Exporthoch '07: Österreich
erwirtschaftet Überschuss von 1,5 Mrd. Euro

  • Seit 2000 Europa-Spitzenreiter bei Exportzuwachsrate
  • Überschuss soll sich heuer auf 3 Mrd. € verdoppeln

Erstmals seit Jahrzehnten hat Österreich 2007 im Außenhandel vorläufigen Berechnungen der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) zufolge einen deutlichen Überschuss von 1,5 Mrd. Euro erwirtschaftet. Dieser soll sich heuer sogar noch verdoppeln. Im abgelaufenen Jahr erhöhten sich die Exporte um 9,8 Prozent auf 113,9 Mrd. Euro, die Importe stiegen um 7,9 Prozent auf 112,4 Mrd. Euro. Eine leicht positive Handelsbilanz hatte Österreich bereits einmal im Jahr 2002 ausgewiesen - mit einem Aktivum von 300 Mio. Euro.

Österreich sei seit 2000 das Land mit den höchsten Exportzuwachsraten Europas, betonte WKÖ-Präsident Christoph Leitl. "Früher waren wir schwer defizitär in unserer Warenbilanz und der Tourismus sowie die Dienstleistungen mussten das ausgleichen - jetzt machen die Waren allein einen Überschuss", betonte der Kammer-Chef bei einer Pressekonferenz.

2008 will die Wirtschaftskammer den Außenhandelsüberschuss auf rund 3 Mrd. Euro verdoppeln, sagte Leitl eine weiterhin dynamische Entwicklung voraus. Allerdings werden die Ausfuhren voraussichtlich etwas schwächer als zuletzt, aber immer noch um 8 Prozent zulegen. "Osteuropa wird die Konjunkturabflachung in Westeuropa kompensieren", ist sich der Chef der Außenwirtschaftsorganisation der Wirtschaftskammer, Walter Koren, sicher.

Deutschland wichtigster Partner
Das wichtigste Zielland für die österreichischen Exporte ist aber nach wie vor Deutschland - dorthin gehen rund 31 Prozent der heimischen Lieferungen. Osteuropa nahm im abgelaufenen Jahr 21,8 Prozent der heimischen Ausfuhren auf. "Gerade diese Region trägt sehr stark zum erfreulichen Handelsbilanzaktivum bei", sagte Koren.

Rund 80 Prozent der österreichischen Erzeugnisse bleiben in Europa, etwa 20 Prozent werden nach Übersee exportiert. Der wichtigste Überseemarkt und drittwichtigste Handelspartner Österreichs ist die USA. Die ungünstige Euro-Dollar-Währungsrelation, welche die heimischen Produkte in Amerika massiv verteuert, bekomme vor allem der Konsumgütersektor zu spüren. (apa/red)

10.1.2008 18:06