Mittwoch, 9. Jänner 2008

US-Medienmogul Forbes kritisiert Bush:
"Schwacher Dollar ist Fehler der Regierung"

  • Soll auch für Hypothekenkrise mitverantwortlich sein
  • "Die Notenbank soll überschüssiges Geld aufsaugen"

Der US-Medienmogul und zweimalige Anwärter für die republikanische Kandidatur bei früheren US-Präsidentschaftswahlen, Steve Forbes, ortet schwere Fehler in der Währungspolitik der scheidenden Bush-Regierung. "Die Regierung Bush hat den Dollar bewusst geschwächt, indem sie immer genickt hat, wenn der Dollar am Devisenmarkt angegriffen wurde", sagte Forbes gegenüber "WirtschaftsBlatt" und "Presse".

Selbst Bushs demokratischer Vorgänger Bill Clinton habe gesehen, wie der schwache Dollar dem früheren Präsidenten Jimmy Carter geschadet habe. Forbes: "Clinton hatte zwar keine Ahnung von Wirtschaft, aber er wusste: Schwacher Dollar - gar nicht gut!" Zwar helfe der schwache Dollar der US-Exportwirtschaft. Gleichzeitig führe er jedoch zu einer Verstärkung der Inflation. Angesichts des überhitzten US-Hypothekenmarktes sollte die Regierung deshalb vielmehr "jetzt sagen, dass sie einen starken Dollar will," und die Notenbank "einiges vom überschüssigen Geld aufsaugen, das sie geschaffen hat", so Forbes.

Auch für die Hypothekenkrise gibt der US-Medienmacher der Bush- Regierung eine Mitschuld. "Ich wundere mich, dass die Regierung nicht mehr tut, um den Aufsichtsbehörden Druck zu machen, dass diese den Banken sage: Haltet die Kreditlinien für solvente Kunden offen!" sagt Forbes. Gleichzeitig seien außerdem die Steuerberater "sehr vorsichtig geworden, weil sie sich vor Prozessen fürchten, wenn sie bei der Bilanzierung zu großzügig waren".

Zu Gast in Wien
Steve Forbes ist Gast beim International Mangement & Consulting Congress am 22. Jänner in Wien. Schon während seines Studiums gründete der heute 65-Jährige Business Today, die größte Studentenzeitung der USA. Seit 1990 leitet er das Forbes Magazine, das in den USA in einer Auflage von 900.000 Stück erscheint und international in neun Sprachen rund fünf Millionen verkauft. (apa/red)

9.1.2008 12:13