Sonntag, 13. Jänner 2008

Federer ist wieder hundertprozentig fit:
Hat Magen-Darm-Grippe gut überstanden

  • Schweizer geht auf seinen 13. Grand-Slam-Titel los
  • Henin nach Sydney-Sieg mit viel Selbstvertrauen

Mit Zuversicht und einer guten Portion Selbstvertrauen starten die beiden Weltranglisten-Ersten in das erste Tennis-Grand-Slam-Turnier des Jahres. Roger Federer, der auf den Titel-Hattrick bzw. den vierten Turniersieg im Melbourne Park losgeht, und Justine Henin, die im Vorjahr aus privaten Gründen abgesagt hatte, sind die Topfavoriten. Auch Federer, der sich von seiner Magen-Darm-Grippe hundertprozentig erholt hat.

"Ich habe in den vergangenen Tagen einige Sätze gespielt. Ich bin glücklich mit meiner Form. Sehr erfreut. Und körperlich geht es mir auch wieder gut." Wenn ein Mann, der im Vorjahr bei den Australian Open den Titel ohne Satzverlust geholt hat (übrigens als erster Spieler bei einem Major seit damals 27 Jahren), so etwas sagt, dann ist die Konkurrenz gewarnt.

Australien sei schon etwas schwieriger als andere Grand Slams, denn selbst mit dem Einsatz beim Einladungsturnier "Kooyong Classics", für das Federer hatte absagen müssen, habe man nicht so viel Matchpraxis. "Andererseits bin ich es doch auch sehr gewöhnt, vier bis sechs Wochen nicht zu spielen und dann ein großes Turnier zu spielen", erklärte Federer, der "down under" auf seinen 13. Major-Titel losgeht. Der Rekord von Pete Sampras mit 14 Grand-Slam-Titeln soll ja nach Wünschen des Eidgenossen heuer definitiv fallen.

Den neuen, blauen Plexicushion-Belag, der in der Vergangenheit doch für einige Diskussionen gesorgt hatte, hält "King Roger" für etwas langsamer. Grundsätzlich äußerte sich der traditionsbewusste Federer aber schon kritisch, dass man gerade bei einem "Slam" den Untergrund so oft wechsle. "Ich glaube nicht, dass es gut ist, dass man den Belag bei einem Grand Slam wechselt. Was wäre wenn die French Open plötzlich auf Hartplatz ausgetragen würden? Es ist nicht mehr das selbe Turnier, sie haben hier den Belag zu oft gewechselt in den vergangenen Jahren. Sie sollten diesen hier jetzt besser für die nächsten 50 Jahre behalten."

Die Farbe sei aber freundlicher, sehe auch im TV besser aus und sei auch für die Augen besser. Fragen nach Spekulationen über einen Ortswechsel eines der Slams (so sollen sich u.a. die Spanier für die Abhaltung eines Majors interessieren) verwarf Federer. "Ich sehe keinen Wechsel in den nächsten 20 Jahren. Vielleicht haben die Australian Open einige schwere Zeiten durchlaufen, als Spieler wie Agassi oder Connors nicht gekommen sind." Damals sei die Anreise noch komplizierter, die Airlines noch nicht auf diesem Standard gewesen. Es werde immer wieder kleinere Änderungen geben, aber die Grand Slams sollten bleiben, wo sie sind, sagt der Branchen-Primus.

Henin wieder dabei
Veränderungen in ihrem Leben haben Justine Henin im Vorjahr zur Absage ihres Starts bewogen. Nach ihrer Scheidung von Pierre-Yves Hardenne kam sie aber umso stärker zurück. Und im Jahr davor hatte sie im Finale gegen Amelie Mauresmo im zweiten Satz wegen Magenschmerzen aufgeben müssen. "Ich bin einfach froh, wieder hier zu sein. Ich habe Melbourne vor zwei Jahren mit einem komischen Gefühl verlassen und war vergangenes Jahr nicht hier. Ich habe es sehr vermisst, denn ich liebe Australien und ich liebe es, hier zu spielen."

Und mit nun 28 Siegen in Serie sowie als frischgebackene Sydney-Siegerin ist sie eine heiße Anwärterin auf den Sieg. "Ja, ich habe viel Selbstvertrauen, weil ich in Sydney gewonnen habe. Aber auch meine Konkurrentinnen wollen das Gleiche, es wird ein interessantes Turnier. Der erste Grand Slam ist ein bisschen etwas Spezielles, weil man nicht weiß, was man erwarten soll. Man weiß nicht, ob man schon in guter Form ist, oder noch etwas mehr Zeit braucht. Henin beginnt ihr Turnier am Montag gegen die Japanerin Aiko Nakamura, Federer startet seine Titelverteidigung am Dienstag gegen den Argentinier Diego Hartfield.
(apa/red)

13.1.2008 11:33