Jänner ein heißes Monat für die ÖTV-Asse:
Nach Australian Open folgen Teambewerbe
- Frauen müssen im Fed-Cup nach Argentinien reisen
- Herren im Davis Cup gegen Titelverteidiger USA

·ÖTV-Sextett kämpft gegen magere Bilanz
Erfolge bei Grand Slam in Australien eher dürftig
Die Australian Open in Melbourne läuten für Österreichs Tennis-Asse eine heiße Phase ein, einen Monat lang stehen sie speziell im Blickpunkt. Nach dem Final-Wochenende des ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres geht es in den darauffolgenden Wochen mit dem Fed-Cup-Duell der Damen in Argentinien sowie jenem der Herren im Davis Cup in Wien gegen die USA weiter. ÖTV-Sportdirektor Gilbert Schaller blickt diesem Programm mit Zuversicht entgegen.
"Wir starten von einer guten Ausgangsposition in die neue Saison", erklärte der Steirer bei einer Pressekonferenz in Wien. "Uns stehen jetzt drei Großereignisse bevor." Besonderes Augenmerk wird der auch als ÖTV-Davis-Cup-Kapitän fungierende Schaller beim Melbourne-Event natürlich auf die US-Spieler legen. Das amerikanische Team ist in stärkster Besetzung zu erwarten, also mit Andy Roddick, James Blake sowie Bob und Mike Bryan.
US-Verband stellt sich quer
Der US-Verband ließ seine Stärke als Davis-Cup-Titelverteidiger und Tennis-Großmacht spielen, indem er sich gegen die vom ÖTV erbetene und vom Internationalen Verband (ÖTV) gutgeheißene Verlegung des "Official Dinner" von Mittwoch auf Dienstag vor dem Länderkampf (8.-10. Februar) querlegte. Grund für die geplant gewesene Verschiebung ist das auch für 6. Februar angesetzte Fußball-Länderspiel Österreich gegen Deutschland in Wien.
Für den Tennis-Schlager im Dusika-Stadion wurden bisher rund 3.000 Tickets abgesetzt, aber erst in den kommenden Tagen wird die Werbe-Maschinerie so richtig anlaufen. Schaller: "Es ist gut, wie das Ganze konzeptioniert ist, das Publikum wird nah am Court sein. Das macht den Reiz des Davis Cup aus." Die US-Amerikaner wollen den Auftakt des Teambewerbs 2008 offenbar auch voll auskosten, haben sie doch fünf VIP-Logen bestellt.
Am Donnerstag, 7. Februar wird ab 19:00 Uhr im Festsaal des Wiener Rathaus ein Gala-Abend "Wien grüßt USA" stattfinden, u.a. mit Big-Band-Musik. Wiens Verbandspräsident Franz Sterba: "Der Davis Cup soll auch ein gesellschaftliches Ereignis sein. Es wird eine Veranstaltung mit Charity-Charakter sein, vom Erlös werden sozial bedürftige Kinder unterstützt."
Nachwuchs in der Südstadt
Österreichs kommende Davis-Cup-Spieler werden indes von einem Trainerteam rund um Schaller in der Südstadt auf ihre Aufgaben vorbereitet. "Die Jugend ist auch deswegen wichtig", sagte Schaller, "da das Durchschnittsalter des Davis-Cup-Teams in den Dreißigern liegt." Doch nachrückende Talente gibt es sehr wohl. Allen voran sind der 21-jährige Vorarlberger Martin Fischer und der 20-jährige Niederösterreicher Andreas Haider-Maurer zu nennen.
Diese Generation sieht Schaller spätestens im Alter von 25, 26 Jahren in den Top 100, bei den jetzt noch Jüngeren soll sich diese Entwicklung aber beschleunigen. "Die 89er-Jahrgänge sollen es mit 24 schaffen", erklärte Schaller. "Und sie sind auch schon weiter als die 87er in diesem Alter gewesen sind." Einen 19-jährigen Top-50-Spieler wie es der Schotte Andy Murray und der Serbe Novak Djokovic waren, sieht der 38-Jährige freilich noch nicht.
Der Verband will parallel zum Sportlichen die persönliche Entwicklung der jungen Aktiven fördern, ihnen somit auch zu einem guten Auftreten geben. Dafür wird u.a. mit Psychologen zusammengearbeitet. Schaller: "Wenn das gelingt, können auch mal unattraktivere Matches besser verkauft werden, da der Spieler interessiert." Das gilt auch für die jungen ÖTV-Damen, bei denen in vielen Belangen noch mehr Aufholbedarf besteht als bei den Burschen.
Bammer & Co. unter Beobachtung
Den arrivierten Damen Sybille Bammer, Tamira Paszek und Yvonne Meusburger wird in der kommenden Woche ÖTV-Fed-Cup-Kapitän Alfred Tesar in Melbourne auf die Rackets schauen, ebenso wie den Argentinierinnen. ÖTV-Assistant-Coach Barbara Schwartz zu dem für 2./3. Februar in Buenos Aires mit den Südamerikanerinnen angesetzten Duell: "Viel wird davon abhängen, dass wir uns auf die Hitze in Argentinien und den Sand einstellen." (apa/red)
