Kimi testet erstmals den neuen Ferrari:
Ferrari peilt 8. Titel im zehnten Jahr an
- Stefano Domenicali tritt in die Fußstapfen von Todt
- für Montezemolo hat F1 Glaubwürdigkeit bewahrt

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Wer ist für sie der Favorit auf den Weltmeistertitel?
Im Beisein von Michael Schumacher hat Formel-1-Weltmeister Kimi Räikkönen erstmals den neuen Ferrari F2008 getestet. Der Finne fuhr auf der Hausstrecke des italienischen Rennstalls in Fiorano 20 Runden auf regennassem Asphalt. Beim sogenannten "Shakedown" sind 50 Kilometer erlaubt. Nach dem neu eingeführten Verbot der Traktionskontrolle, die bisher das Durchdrehen der Räder verhindert hatte, könnten solche Bedingungen den Piloten Schwierigkeiten bereiten. Nach Ferrari-Angaben verlief die Testfahrt jedoch reibungslos.
"Es gibt nur ein Ziel: Den achten Titel in zehn Jahren zu gewinnen. Das klingt einfach besser als sieben Titel in neun Jahren", sagte Fiat-Präsident Luca di Montezemolo zu der erhofften Titelverteidigung. Michael Schumacher, der für Ferrari zwischen 2000 und 2004 fünfmal die Fahrerwertung gewonnen hatte, ist inzwischen als Berater bei den Italienern tätig. Bei der Präsentation des neuen Rennboliden mit Räikkönen und Felipe Massa am Sonntag hatten Schumacher und Montezemolo gefehlt. In der übernächsten Woche sollen die beiden Piloten bei den offiziellen Tests des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA) mit zwei F2008 anrücken.
Montezemolo begrüßte das harte Vorgehen der FIA in der vergangenen Saison beim Spionage-Skandal um McLaren-Mercedes. "Ich muss die FIA loben, die verhindert hat, dass die Formel 1 ihre Glaubwürdigkeit verloren hat. Sie haben gut und schell entschieden. Die FIA hat allen gezeigt, dass es Regeln gibt. Und für diejenigen, die sie nicht befolgen, gibt es jemand, der sie lehrt, sie zu respektieren."
"Dies wird ein wichtiges Jahr für uns alle werden. Die neuen Regeln sorgen dafür, dass man Autos mit unterschiedlichen Eigenschaften sehen wird. Ich denke, dass die neuen Regeln positiv sind, der Pilot wird mehr zählen", ist Montezemolo überzeugt. "Und wir verfügen über zwei Piloten, plus einen, Michael Schumacher, der uns eine wichtige Unterstützung sichert", so Montezemolo.
Montezemolo vertraut dem neuen Teamchef Stefano Domenicali und seinen drei engsten Mitarbeitern, Aldo Costa, Mario Almondo und Gilles Simon. "Unser Teammanager ist Luca Baldisserri, außerdem können wir mit der wichtigen Erfahrung von Rory Byrne rechnen", erklärte Montezemolo.
Im neuen Jahr will der Ferrari-Boss in seinem Unternehmen mehr präsent sein, da in drei Monaten sein Mandat an der Spitze des italienischen Industriellenverbands Confindustria abläuft und er über mehr Zeit verfügen wird. "Das Ferrari-Produktionswerk wächst, wir haben eine neue Montagabteilung und junge Ingenieure. Vom wirtschaftlichen Standpunkt haben wir ein Rekordjahr abgeschlossen. Wir wissen, dass die Welt Ferrari große Chancen bietet", so Montezemolo.
Ferrari-Berater Schumacher hat nach Kimi Räikkönens Jungfernfahrt ein zufriedenes Fazit gezogen. "Der erste Eindruck ist sehr, sehr positiv", sagte der siebenmalige Formel-1-Weltmeister. "Das Auto sieht sehr schön aus." Schumacher, der bei der Präsentation am Firmensitz Maranello bewusst gefehlt hatte, kam extra nach Fiorano. "Das Auto wirkt von der Optik her sehr schnell", erklärte der 39-Jährige. "Ich hoffe, dass sich der erste Eindruck bewahrheitet."
(apa/red)
