Sonntag, 13. Jänner 2008

Triumphator Grange räumte in Wengen ab:
Erst zweiter Franzose mit 2 Wengen-Siegen

  • "Nicht in wildesten Träumen habe ich daran gedacht"
  • Holte 40.000 Euro, 200 Punkte und zwei Rote Trikots

Jean-Baptiste Grange war der große Gewinner des Weltcup-Wochenendes in Wengen. Der Franzose verließ das Lauberhorn mit 66.000 Schweizer Franken (40.461 Euro) Preisgeld, 200 Weltcup-Punkten und als Leader im Slalom- und Super-Kombi-Weltcup mit zwei Roten Trikots. "Nicht in meinen wildesten Träumen habe ich daran gedacht, dass ich hier in 24 Stunden zwei Rennen gewinne", meinte der 23-Jährige nach seinen Weltcup-Siegen Nummer zwei (Super-Kombi am Freitag) und drei (Slalom am Samstag).

Grange ist der erst zweite Franzose der Weltcup-Geschichte mit zwei Wengen-Siegen, der bisher einzige war der große Jean-Claude Killy gewesen, der 1967 ebenfalls Kombi und Slalom für sich entschied. Dabei hatte sich Grange noch vor einer Woche in Adelboden alles andere als gut gefühlt, zum Auftakt der Berner Oberländer Wochen war er nämlich ausgeschieden,

"Da sieht man, wie schnell alles gehen kann, plötzlich habe in zwei Rote Trikots", meinte Grange, der am 17. Februar 2007 in Aare Bronze im WM-Slalom erobert hatte, aber erst am 29. November 2007 erstmals auf dem Weltcup-Stockerl stand (Zweiter in der Super-Kombi von Beaver Creek). Die Bedingungen in Wengen waren für Grange perfekt. "Steil und technisch herausfordern, so wie ich es mag."

Von Rennen zu Rennen denken
Weil es eben so schnell gehen kann, will der ruhige Franzose noch nicht von Kleinen Weltcup-Kugeln sprechen. "Damit spekuliere ich nicht. Ich habe gelernt, von Rennen zu Rennen zu denken. Aber ich würde liebend gerne vorne bleiben." Um seine Chance im Kombi-Weltcup zu erhöhen, überlegt Grange (Spitzname "JB") nun sogar einen Start in der Kitzbühel-Abfahrt, die ja gemeinsam mit dem Slalom noch eine "klassische Kombination" bildet.

Reinfried Herbst, als Neunter Bester der enttäuschenden Österreicher, beneidet den Rossignol-Piloten um seine aktuelle Form. "Dem kann man derzeit jeden Kurs stecken und er ist schnell. Das ist das Schöne an so einer Form. Und man arbeitet so hart, um genau in eine solche Situation zu kommen."

Und jetzt kommt Kitz
Vor einem Jahr war zu dieser Zeit im Slalom Jens Byggmark auf einer ähnlichen Erfolgswelle geschwommen, innerhalb von 24 Stunden gewann der schwedische Blondschopf damals beide Slaloms in Kitz. Auf Kitz hat es Grange nun ebenfalls abgesehen. "Die Stimmung dort ist fantastisch", weiß der Shootingstar aus Valloire, der seine ersten Slalom-Weltcup-Punkte in Kitz gemacht hat (Rang zehn 2006 mit Startnummer 61).

Vater und Mutter Grange waren ebenfalls Skirennläufer, der Papa sogar im Weltcup. Grange hofft, dass er mit seinem Doppelschlag nun das gesamte französische Team mitreißt und eine Euphoriewelle auslöst. Immerhin findet ja 2009 die Ski-WM auf französischem Boden in Val d'Isere statt. Einer der Gratulanten am Handy von Grange war Jean-Noel Augert. Jener Franzose, der 1972 als bis Samstag letztes Franzose den Wengen-Slalom gewonnen hatte.
(apa/red)

13.1.2008 10:47