Der Klassiker am Schweizer Lauberhorn:
Wengen-Abfahrt wieder ein Saison-Highlight
- Miller und Cuche große Favoriten auf Abfahrtssieg
- Walchhofers Hassliebe: Drei Stürze, drei Podestplätze

·Großes Rätseln bei
Maier und Walchhofer
Sorge nach Rückständen
in Wengen-Abfahrten
·Miller im Abschluss-
Training überragend
Zahlreiche Läufer ließen
in Wengen 3. Training aus
Auf die Abfahrts-Asse wartet heute (13 Uhr, LIVE auf news.at) die Konditionsschlacht von Wengen. 4.480 m beträgt die Länge des Klassikers auf dem Lauberhorn, der im Laufe der Weltcup-Geschichte bisher 15 Mal mit einem ÖSV-Sieg geendet hat. Zuletzt 2005 durch Michael Walchhofer, der zu Wengen eine ganz spezielle Beziehung hat. Die Devise des Salzburgers bei der längsten Abfahrt des Weltcups lautet nämlich "Sturz oder Stockerl".
"Mich verbindet mit dieser Strecke eine Hassliebe", meinte der Abfahrts-Weltcup-Leader, der bisher bei sechs Wengen-Starts drei Mal gestürzt und drei Mal auf dem Stockerl war. 2002, 2003 (Doppelabfahrt) und 2007 warf ihn die Strecke ab, 2003, 2005 und 2006 belegte er die Ränge 2, 1 und 2. "Wenn ich einen g'scheiten Lauf runterbringe, bin ich sicher ganz vorne dabei", weiß der 32-Jährige.
Die meiste Überwindung ist laut Walchhofer bei den Passagen Hundschopf und Minschkante gefragt. Von einigen Seiten wird die Strecke im imposanten Berner Oberland als "Jurassic Park" bzw. nicht mehr zeitgemäß bezeichnet, doch Walchhofer hat eine ganz andere Meinung: "Das ist ein echtes Urgestein, eine traditionelle, sensationelle Strecke."
Kröll zeigt auf
Einen noch besseren Eindruck als Walchhofer hinterließ im Training Klaus Kröll. "Ich fühle mich hier wirklich wohl. Aber um vorne dabei zu sein, muss alles passen", meinte der Steirer, der mit seinen Head-"Raketen" die Top-Geschwindigkeit in den Trainingsläufen gebucht hatte (offiziell 146,97 km/h, inoffiziell bis zu 160 km/h). Kröll wartet ja noch auf seinen ersten Weltcup-Sieg, bis dato war der 27-Jährige zwei Mal Zweiter.
Der Sieg dürfte auch 2008 über Bode Miller führen. Der US-Amerikaner ist in Wengen Titelverteidiger, hat zuletzt in Bormio gewonnen und die mit Abstand schnellste Zeit in den drei Trainingsläufen markiert (2:27,25 Minuten). "Mit Passagen wie Hundschopf oder Haneggschuss ist Wengen ein ganz spezielles Rennen mit einer ganz speziellen Geschichte", meinte Miller, der bei seinem Sieg vor einem Jahr spektakulär ins Ziel gestürzt war.
Maier wenig optimistisch
Hermann Maier fühlt sich noch nicht wirklich bereit für seinen ersten Podestplatz auf Head. "Sollte es hier in Wengen passieren, würde es mich schon sehr überraschen", sagte der Salzburger, der 1998 in Wengen gewann. Maier war einer der wenigen, die alle vier Testmöglichkeiten in Anspruch nahm, nämlich alle drei Trainingsläufe sowie die Kombi-Abfahrt.
Wirklich an die absolute Spitze heran kam Maier jedoch nicht. Über Wengen schwärmt der 35-Jährige aber ähnlich wie Walchhofer in allerhöchsten Tönen: "Das ist eine super, traumhafte Strecke. Das ist die schönste Kulisse, die wir weltweit haben."
Schweiz hofft auf Cuche
Die Hoffnungen der Schweizer Hausherren ruhen auf Didier Cuche, der bei seinen zwei Trainingsstarts zwei Mal Zweiter, am Freitag in der Abfahrt der Super-Kombi sogar Schnellster war und voll auf sein Material (Head) baut. "Ich habe blitzschnelle Ski. Das macht Spaß, gibt Motivation und Selbstvertrauen." 2007 war Wengen in der Abfahrt ganz fest in der Hand der Head-Piloten gewesen. Unter den Top-Fünf waren mit Miller (1.), Cuche (2.), Ambrosi Hoffmann (4.) und Marco Büchel (5.) vier Head-Rennläufer gewesen.
Die Pause der Abfahrer ist nach Wengen kurz, denn die Königsdisziplin wurde des Wetters wegen von Samstag auf heute verschoben und es steht bereits das Highlight des großereignislosen Winters vor der Tür: Kitzbühel. Und auf der Streif findet bereits am Dienstag das erste Training statt. Damit sich doch noch eine halbwegs annehmbare Pause ausgeht, werden die Österreicher am Sonntag per Helikopter nach Bern und dann von dort per Jet nach Salzburg transportiert.
(apa/red)
