Grange gewinnt die Wengener Superkombi:
Raich fährt noch auf den vierten Platz vor
- Mario Matt verbesserte sich vom 30. auf den 8. Rang
- Rainer Schönfelder schied nach 7. Abfahrtsplatz aus

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Die vierte Super-Kombi der Weltcup-Geschichte in Wengen hat erstmals keinen österreichischen Sieg gebracht. Jean-Baptiste Grange feierte seinen zweiten Weltcup-Erfolg und sorgte damit für den ersten französischen Triumph auf dem Lauberhorn seit 1985. Der 23-Jährige verwies den Schweizer Lokalmatador Daniel Albrecht um 0,06 Sekunden auf Rang zwei, der Amerikaner Bode Miller wurde Dritter (+0,51 Sek.).
Nach drei ÖSV-Kombi-Siegen in Folge durch Benjamin Raich (2005, 2006) und Mario Matt (2007) blieben die Österreicher diesmal ohne Stockerplatz, Gesamt-Weltcup-Leader Raich verfehlte als Vierter um 0,04 Sekunden das Podest, Matt wurde Achter, Romed Baumann 13. und Alexander Koll 14. Bitter verlief der Skitag für Rainer Schönfelder, der auf dem Weg Richtung Podest im Slalom ausschied.
Grange nutzte ähnlich wie im Vorjahr Matt - Sieg nach Rang 34 in der Abfahrt - die Gunst der Stunde. Der Sieger des Alta-Badia-Slaloms im Dezember 2007 hatte nach der Abfahrt nur Rang 27 belegt, legte aber mit optimaler Startnummer im Slalom einen Traumlauf hin und rollte das Feld von hinten auf. "Ich hatte eine super Piste und haben einen tollen Lauf erwischt", freute sich Grange, der im Slalom 0,67 Sek. schneller als der zweitschnellste Ted Ligety war.
"Schon nach der Abfahrt hatte ich mit dem Podest gerechnet. Meine Form im Slalom ist schon seit längerem ausgezeichnet, aber jetzt bin ich auch im Kopf stark genug", meinte Grange weiter. Für die Franzosen war es der erste Wengen-Sieg seit 1985, damals hatte ebenfalls in der Kombination Michel Vion triumphiert.
Raich legte in Abfahrt und Slalom (1,24 Sek. langsamer als Grange) "eine durchwachsene Leistung" hin, war aber angesichts der zahlreichen Ausfälle (nur 26 Läufer klassiert) durchaus zufrieden. "Wenn man das Podest so knapp verpasst, dann ärgert einen das schon. Sicher wäre mehr drinnen gewesen, aber ich bin im Ziel und habe wichtige Punkte gemacht, das zählt", betonte der Tiroler, der nun im Gesamt-Weltcup 164 Punkte vor Albrecht führt.
Im Slalom habe er sich nicht mehr frisch genug gefühlt, dennoch blickt der 29-Jährige optimistisch Richtung Spezial-Slalom. "Da gibt es nur eines, nämlich Vollgas."
Matt und Schönfelder enttäuscht
Matt hatte kurioserweise wie bei seinem Sieg vor einem Jahr die Nummer eins im Slalom, konnte diesen Trumpf aber diesmal nicht ganz so gut ausspielen. "Schon in der Abfahrt war deutlich mehr drinnen. Und im Slalom habe ich dann keinen Rhythmus gefunden. Aber morgen werde ich voll angreifen", kündigte der Tiroler an, der seine Kreuzschmerzen wieder besser in den Griff bekommen hat.
Bitter enttäuscht war Schönfelder, der in der Abfahrt seine neu entflammte Liebe zur Geschwindigkeit eindrucksvoll unter Beweis stellte und sensationell Siebenter und damit bester Österreicher wurde. "Die Abfahrt hat mir Riesenspaß gemacht", meinte der Kärntner, der dann allerdings im Slalom weniger Gaudi hatte. "Es ist sehr, sehr schade, ich hatte eine realistische Chance auf den Sieg. Mit einem Durchschnittslauf hätte ich es eigentlich runterbringen müssen."
Abfahrtsschnellster Cuche verzichtete
Klar Schnellster in der Abfahrt war Didier Cuche gewesen, trotz Chancen auf den Gesamt-Weltcup verzichtete der Schweizer auf den Slalom und "geschenkte" Punkte. Cuche wollte nicht riskieren, dass vor der Abfahrt seine Rückenschmerzen wieder akut werden.
Voll im Rennen um die Große Kristallkugel sieht sich hingegen sein Landsmann Albrecht. "Der Gedanke an den Gesamt-Weltcup ist sicher da", gestand der 24-Jährige, der bereits vier Mal in dieser Saison auf dem Weltcup-Stockerl stand und die erste Super-Kombi der Saison in Beaver Creek gewonnen hatte. "Ich möchte es dem Benni zumindest nicht leicht machen", erklärte der einstige Schüler des Skigymnasiums Stams.
| Endergebnis: | |||
| 1. | Jean-Baptiste Grange | FRA | 2:20,61 Min. |
| 2. | Daniel Albrecht | SUI | +0,06 |
| 3. | Bode Miller | USA | +0,51 |
| 4. | Benjamin Raich | AUT | +0,55 |
| 5. | Ted Ligety | USA | +0,58 |
| 6. | Markus Larsson | SWE | +0,63 |
| 7. | Ivica Kostelic | CRO | +0,75 |
| 8. | Mario Matt | AUT | +1,01 |
| 9. | Natko Zrncic-Dim | CRO | +1,68 |
| 10. | Peter Fill | ITA | +2,27 |
| 11. | Florian Eisath | ITA | +2,42 |
| 12. | Hans Olsson | SWE | +2,76 |
| 13. | Romed Baumann | AUT | +3,02 |
| 14. | Alexander Koll | AUT | +3,31 |
| 15. | Julien Lizeroux | FRA | +3,47 |
| 16. | Andrej Jerman | SLO | +3,57 |
| 17. | Jens Byggmark | SWE | +3,96 |
| 18. | Michael Gufler | ITA | +4,07 |
| 19. | Pierre Paquin | FRA | +4,25 |
| 20. | Johan Clarey | FRA | +4,65 |
| 21. | Andrej Sporn | SLO | +5,05 |
| 22. | Alex Happacher | ITA | +5,33 |
| 23. | Rok Perko | SLO | +7,56 |
| 24. | Kurt Pittschieler | ITA | +8,15 |
| 25. | Frederik Van Buynder | BEL | +15,01 |
| 26. | Ondrej Bank | CZE | +22,77 |
(apa/red)
