Marcel Hirscher klopft bei der Elite an:
18-jähriger Salzburger große Zukunftsaktie
- Hirscher: "In dieser Liga gibt es nur noch Vollgas"
- Raich: "Für sein Alter fährt er wirklich beachtlich"

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Österreichs Podestkandidaten für den Wengen-Slalom heute heißen Mario Matt, Benjamin Raich, Rainer Schönfelder und Reinfried Herbst. Ein 18-jähriger Youngster aus dem ÖSV-Team könnte sich jedoch schon bald in diesen elitären Kreis emporarbeiten, Marcel Hirscher wird nämlich von Trainern, Kollegen und Experten eine große Zukunft prognostiziert.
Was der Salzburger drauf hat, hat er auch im Weltcup unter Beweis gestellt, beim erst vierten Auftritt in der absoluten Weltelite wurde Hirscher sensationell Neunter. Nicht nur dafür gab's für den Riesentorlauf-Junioren-Weltmeister und Slalom-Junioren-Vizeweltmeister 2007 Lob aus berufenem Munde.
"Hut ab, von ihm hört man nur Gutes. Für sein Alter fährt er wirklich beachtlich", so Benjamin Raich. Und Mario Matt, wie Raich einst selbst Shooting-Star, ergänzte: "Bei ihm ist es ähnlich wie früher bei mir. Er fährt unbeschwert und locker und hat überhaupt nichts zu verlieren." Herrenchef Toni Giger meinte über eine seiner wohl heißesten Zukunftsaktien: "Es gibt einige Sachen, die er noch besser machen muss. Aber es macht Spaß, wenn man so einen Burschen in der Truppe hat. Er entspricht genau dem Leitbild unserer Nachwuchsarbeit."
Risikofreudig
Hirschers Motto lautet: "Ich nehme generell nur volles Risiko. In dieser Liga gibt es nur noch Vollgas." Das gilt offenbar auch für die Freizeit, denn die liebsten Hobbys lauten Motocross, Wildwasserkajak und Klettern. Der nur 1,73 m große Blizzard-Fahrer (seit 2006) hat im vergangenen Sommer die Hotelfachschule in Bad Hofgastein mit gutem Erfolg abgeschlossen. Jene Schule, die auch Hans Grugger absolviert hatte.
Im Europacup ist Hirscher bereits jetzt eine große Nummer. In der Gesamtwertung ist er aktuell Zweiter, im Slalom sogar Erster. Also befindet sich der Annaberger voll auf Kurs Richtung Weltcup-Fixplatz. Denn die Top-Drei der Disziplinen-Wertung im Europacup sind in der Folgesaison automatisch für Weltcuprennen in der gleichen Disziplin startberechtigt.
Die jüngsten Ergebnisse im Weltcup - 24. in Bad Kleinkirchheim (RTL) und 9. in Adelboden (Slalom) - haben Hirscher ordentlich Selbstvertrauen gegeben. "Ich habe gesehen, dass ich nicht so weit weg bin." Giger will Hirscher aber auf keinen Fall verheizen. "Wir werden ihn so einsetzen, dass es für seine Entwicklung positiv ist." Was das genau heißt, wird sich in Zukunft zeigen, zu viele Rennen sollen es aber nicht werden.
Techniker
Vor allem technisch lässt Hirscher viele Zuschauer mit der Zunge schnalzen. "Er fährt eine super Slalom- und Riesentorlauf-Technik. Und er ist wahnsinnig flink in den Füßen", weiß Giger. Ein Plus, das Hirscher auch seinem Vater Ferdinand zu verdanken hat. "Er ist Skilehrer und hat ein irrsinnig gutes Auge. Wir haben immer sehr viel auf die Technik wertgelegt und das zahlt sich jetzt aus."
(apa/red)
