Montag, 7. Jänner 2008

Ein Doppel-Erfolg für die Slalom-Gruppe:
Matt und Raich sind Trainingsgemeinschaft

  • Erfolgreiche 'Trainingsgemeinschaft Tiroler Oberland'
  • Mario Matt kämpft mit anhaltenden Rückenproblemen

"Trainingsgemeinschaft Tiroler Oberland" - so bezeichnet der Arzler Benjamin Raich mit einem Augenzwinkern die Zwei-Mann-Slalom-Trainingsgruppe mit dem Flirscher Mario Matt. Eine äußerst fruchtbare Zusammenarbeit, wie sich auch beim Doppelsieg des Duos im Adelboden-Slalom eindrucksvoll zeigte.

"Das gemeinsame Training tut uns beiden sehr gut. Bei manchen Passagen ist der eine schneller, bei manchen der andere. Aber wir sind beide konstant schnell", meinte Matt. Und Raich fügte hinzu: "Man hat dadurch immer einen sehr guten Anhaltspunkt. Wenn ich ähnlich schnell wie der Mario bin, weiß ich, dass es nicht schlecht ausschauen kann. Meistens trennen uns in den Trainingsläufen nur ein paar Hundertstel." Und das war auch in Adelboden so, wo Matt 0,10 Sekunden vor Raich gewann.

Bandscheibenvorfall
Dabei hatte Adelboden für Matt alles andere als ideal begonnen. Zunächst der Ausfall im Riesentorlauf und dann kehrten beim Slalom-Einfahren auch noch die starken Rückenschmerzen zurück. "Ein Bandscheibenvorfall, der ab und zu akut wird." Ein verdrehter Wirbel und eine Muskelverkrampfung im Lendenbereich machen dem 28-Jährigen schon seit längerem immer wieder Probleme. "Da heißt es Zähne zusammenbeißen", so Matt, der vor dem zweiten Lauf Schmerzmittel nahm und natürlich auch in Wengen starten will.

Das einzig Positive: "In der Rennposition sind die Schmerzen am erträglichsten." Bis zur Super-Kombi und dem Slalom sind aber nun vor allem seine Physiotherapeuten am Zug. "Es muss alles gelockert, die Wirbelsäule geradegerichtet und die Spannung rausgenommen werden." Warum Matt wie vor einem Jahr (Rang drei) ausgerechnet in Adelboden wieder in die Erfolgsspur fand, ist für Matt leicht erklärt.

"Im Jänner kommen immer die steilen Hänge. Und je schwieriger, desto besser für mich. Weil dann muss man sauber Skifahren, und das kommt mir entgegen." Deswegen kann man sich bei Matt in Wengen, Kitzbühel und Schladming wieder auf einiges gefasst machen. Zudem hat er - wie vor einem Jahr - über Weihnachten und Silvester anscheinend wieder die perfekte Material-Abstimmung gefunden.

Raich nicht ganz zufrieden
Raich hat in Adelboden seine Führung im Gesamt-Weltcup auf 115 Punkte ausgebaut und das Trikot des Slalom-Weltcup-Leaders erobert hat. "Wenn man führt, ist das natürlich kein schlechtes Zeichen. Aber entscheidend ist, dass ich am Ende der Saison vorne bin", so der 29-Jährige zum Thema Große Kristallkugel.

Dennoch war der Tiroler mit Adelboden, wo er bis dato zwei RTL-Siege sowie im Slalom zwei zweite und zwei dritte Plätze erreicht hat, nicht ganz zufrieden. "Denn vor allem der Riesentorlauf war nicht das Gelbe vom Ei. Aber so ist das eben. Wenn es gut läuft, dann schaut alles leicht aus. Aber in solchen Situationen sieht man dann, dass es viel braucht, um ganz vorne dabei zu sein." Über den Sieg seiner Freundin Marlies Schild in Spindlermühle schien Raich fast noch erleichterter als über seinen zweiten Rang zu sein. "Ich hatte bei ihrer Fahrt einen sehr hohen Puls. Ich bin wirklich sehr froh, dass es geklappt hat. Dieser Sieg war sehr wichtig."
(apa/red)

7.1.2008 10:18