Erfolgreiche Bilanz der heimischen Rodler:
ÖRV holt bei der EM in Italien drei Medaillen
- Mannschaft holte Silber, verpasste Titel nur knapp
- Pfister und Abentung knapp an Herren-Podest vorbei

Die österreichische Kunstbahn-Rodel-Elite hat bei den Europameisterschaften in Cesana drei Medaillen geholt. Nach Bronze von Veronika Halder bei den Damen sowie Silber durch Andreas und Wolfgang Linger bei den Doppelsitzern jeweils am Vortag fuhren am Sonntag die Linger-Brüder, Halder und Martin Abentung zu Silber im Mannschaftsbewerb. Bei den Herren wurde Daniel Pfister vor Abentung Vierter.
Dabei verpasste Pfister die erhoffte Bronze-Medaille nur um 25 Tausendstel, nachdem er nach dem ersten Lauf hinter dem späteren italienischen Sieger Armin Zöggeler auf Rang zwei gelegen war. "Wenn du oben einen kleinen Fehler machst, fehlt dir unten hinaus der Schuss - genau das ist mir heute zum Verhängnis geworden", meinte der 21-jährige Sportsoldat aus Fügen/Zillertal zu seinem etwas verpatzten Final-Durchgang.
Zöggeler gewann auf seiner Heimbahn seinen zweiten EM-Titel nach 2004. Wie schon bei den Olympischen Spielen 2006 gewann der Südtiroler vor dem Russen Albert Demtschenko - und zwar mit dem Respektabstand von 0,341 Sekunden. Bronze ging an den Deutschen David Möller. Abentung hielt im zweiten Durchgang Rang fünf, seine Landsleute bzw. die Junioren-Athleten Manuel Pfister und Wolfgang Kindl belegten die Plätze zehn bzw. zwölf.
Deutschland enttäuscht
Abentung holte sich seine Medaille im Team. Nachdem die Lingers sowie Halder die Basis geschafft hatten, blieb er bei diesem erstmals als Staffel ausgetragenen Team-Bewerb nur 8/1000 hinter Überraschungssieger Lettland. Die Italiener hatten 5/10 Rückstand auf die siegreichen Balten. Die Deutschen wurden nur Vierte und realisierten zwei Wochen vor ihrer Heim-WM in Oberhof damit ihr schwächstes EM-Abschneiden seit 14 Jahren.
Sehr zufrieden bilanzierte ÖRV-Cheftrainer Rene Friedl: "Wenn wir vor der Saison gesagt hätten, der ÖRV holt bei der EM drei Medaillen - wir hätten nur ungläubiges Kopfschütteln geerntet", erklärte der Coach. Ihn freute neben den Medaillen auch das insgesamt starke Auftreten seines Teams, speziell die fünften Plätze von Nina Reithmayer und Abentung sowie Rang sechs der jungen Doppelsitzer Peter Penz/Georg Fischler.
Zukunftshoffnung Pfister
Um die Zukunft von Daniel Pfister ist Friedl nicht bang: "Es hat noch nicht sein wollen - der Bursche macht aber sicher noch seine Medaillen bei Großveranstaltungen." In der WM-Vorbereitung werden in den nächsten Tagen noch einige Trainingseinheiten in Igls absolviert. Sportdirektor Markus Prock ist ebenfalls glücklich: "Die jahrelange konsequente Arbeit macht sich nun wirklich bezahlt, auch die Wissenschaft hat ihren Anteil an den jetzigen Erfolgen."
Respekt vor den Leistungen der Österreicher hatte auch die deutsche Rodel-Legende Georg Hackl. "Die Österreicher haben uns im Männer-Bereich links überholt, das kann man nur anerkennen", meinte der Bayer im ZDF vor allem in Bezug auf die Leistung von Daniel Pfister. "Da haben die Deutschen ihre Hausaufgaben nicht richtig gemacht."
(apa/red)
