Donnerstag, 10. Jänner 2008

Demokrat Richardson "wirft das Handtuch": Zieht Präsidentschaftsbewerbung zurück

  • Konsequenz wegen bisher schlechtem Abschneiden
  • Michael Bloomberg lässt seine Wahlchancen abtesten

Die jüngsten, sowohl für Republikaner als auch Demokraten mit überraschenden Ergebnissen beendeten Vorwahlen zu den US-Präsidentschaftswahlen führen zu unterschiedlichen Konsequenzen: Während der Gouverneur des US-Bundesstaates New Mexico, Bill Richardson, seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur bei den Demokraten nun zurückzieht, lässt der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg seine Chancen im Fall einer Kandidatur um die Nachfolge von US-Präsident George W. Bush abtesten.

Der ehemalige Republikaner Bloomberg habe eine aufwendige Wähleranalyse in allen 50 Staaten in Auftrag gegeben und erwäge eine Präsidentschaftskandidatur als unabhängiger Bewerber, verlautete aus Kreisen seiner Berater. Bisher hat Bloomberg auf Nachfrage nach seinen Ambitionen stets betont, er sei "kein Kandidat" im Rennen ums Weiße Haus. An den notwendigen finanziellen Mitteln würde eine Bewerbung als Unabhängiger jedenfalls nicht scheitern: Das Magazin "Forbes" schätzt Bloombergs Vermögen auf 11,5 Milliarden Dollar (7,83 Mrd. Euro), nach anderen Quellen könnte es auch doppelt so hoch sein.

Richardson gibt auf
Der Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, hat die Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten nach seinem bisher schlechten Abschneiden aufgegeben. Er habe das Beste gegeben, was er habe, sagte Richardson in Santa Fe. Er lobte seine demokratischen Mitbewerber, gab seinen Unterstützern jedoch keine Wahlempfehlung. Vielmehr ermahnte er sie, die Kandidaten "lang und nachdenklich" zu prüfen. Bei den bisherigen Vorwahlen hatte Richardson zweimal den vierten Platz hinter seinen Konkurrenten erzielt.

Der 60-Jährige verwies im Wahlkampf auf seine politische Erfahrung im Kongress, im Kabinett von US-Präsident Bill Clinton, im Parlament von New Mexico und auf seine Zeit als Diplomat. Dennoch konnte er nie aus dem Schatten seiner demokratischen Widersacher Hillary Rodham Clinton und Barack Obama heraustreten. Er warf seinen Parteikollegen vor, sich nicht auf einen Abzug der US-Truppen aus dem Irak festzulegen. Bei den Vorwahlen in Iowa und New Hampshire bekam Richardson nur zwei beziehungsweise fünf Prozent der Stimmen.

Obamas Bücher ein Renner
Während sich die Aufmerksamkeit Bewerber auf Michigan, Nevada, South Carolina und Florida richtet, wo noch im Jänner Vorwahlen ausgetragen werden, wächst in den USA die Nachfrage nach den Büchern Obamas. Der Verlag Crown Publishing Group bestellte weitere 50.000 Exemplare des Bestsellers "The Audacity of Hope" und weitere 10.000 von Obamas Memoiren "Dreams From My Father". "The Audacity of Hope" fand sich am Mittwoch unter den 20 meistbestellten Büchern des Online-Händlers Amazon.com. Auch die Absatzzahlen von Clintons Büchern stiegen in den vergangenen Wochen, allerdings nicht so stark wie bei Obama. Clintons Buch "Living History" verkaufte sich Ende Dezember und Anfang Jänner nach Schätzungen rund 1.000 Mal pro Woche, während "The Audacity of Hope" mehr als 7.000 Mal pro Woche über den Ladentisch ging. (apa/red)

10.1.2008 23:05