Donnerstag, 10. Jänner 2008

Eine erschreckende Bilanz für Österreich:
Mehr Verurteilungen wegen Sexualdelikten

  • Zahl stieg von 2001 bis 2005 auf 679 Verbrechen
  • Sinkender Trend bei sexuellem Kindesmissbrauch

Die Verurteilungen aufgrund von strafbaren Handlungen gegen die Sittlichkeit sind merkbar angestiegen. Während es 2001 in Österreich zu 437 Verurteilungen kam, stieg diese Zahl bis ins Jahr 2005 auf 679 Verurteilungen. Der Anstieg geht allerdings primär auf das Konto von minderschweren Sexualdelikten. Bei Kategorien wie Vergewaltigung oder sexueller Nötigung blieben die Verurteilungen konstant.

Beim sexuellen Kindesmissbrauch ist seit 1996 gar ein sinkender Trend festzustellen, geht aus Zahlen des Justizministeriums hervor. Im Jahr 1996 gab es beim sexuellen Kindesmissbrauch (§ 206 und 207 StGB) noch 246 Verurteilungen. 2006 war diese Zahl auf 135 gesunken. Bei anderen Deliktgruppen wie Vergewaltigung, sexueller Nötigung oder Schändung blieb die Anzahl rechtskräftiger Verurteilungen hingegen weitgehend konstant. Bezogen auf die Gesamtzahl der Verurteilungen liegen jene wegen Sexualdelikten bei etwa 1,3 Prozent - ähnlich wie in anderen Europäischen Staaten.

Die Rückfallquote bei Sexualstraftätern liegt laut einer noch nicht publizierten neuen Studie (Dezember 2007) in Österreich bei 3,8 Prozent nach vier Jahren. Im Vergleich stehe man damit sehr gut da, hieß es aus dem Justizministerium: Laut einer Studie aus dem Jahr 1998 liege die Rückfallquote international gesehen bei 13,4 Prozent. (apa/red)

10.1.2008 15:53