Künftig Berufsverbot für Sexualstraftäter? Berger drängt auf Prävention und Therapie
- Justizministerin spricht sich gegen "Alibi-Aktion" aus
- Steht Vorschlägen von Platter sehr kritisch gegenüber

Justizministerin Maria Berger steht den Vorschlägen von Innenminister Günther Platter in Sachen Sexualstrafrecht - Sexualstraftäterdatei, Berufsverbot, höhere Strafen - weiterhin skeptisch gegenüber. Nur eine Sexualstraftäterdatei ist ihr zu wenig, betonte sie.
Die Ministerin pochte auf stärkere Präventionsarbeit und mehr Ermutigung zur Therapie. Wenn man abgesehen von einer - von ihr grundsätzlich nicht abgelehnten - Straftäterdatei "nichts tut und die Präventionsarbeit vergisst, bleibt das eine Alibi-Aktion".
"Maßgeschneiderte" Maßnahmen
Außerdem bekräftigte Berger in der "ZiB" ihre Forderung nach "maßgeschneiderten" Maßnahmen für jeden Täter durch richterliche Auflagen statt einem generellen Berufsverbot. So sollten Richter, wenn es im Einzelfall nötig scheint, auch die Auflage geben können, dass sich Sexualstraftäter in der Freizeit nicht in der Nähe von Kindern aufhalten dürfen.
"Kultur des Hinschauens"
Höhere Strafen helfen Bergers Ansicht nach wenig: Gerade bei Sexualdelikten würden Triebe eine große Rolle spielen, "die Vernunft setzt aus". Also brauche man nicht einfach höhere Strafen, sondern eine "Kultur des Hinschauens" in Schulen, Vereinen oder der Nachbarschaft. Beratungs- und Betreuungseinrichtungen müssten gestärkt werden.
(apa/red)
