Vor Geberkonferenz zum Tschad-Einsatz: Darabos hofft auf fehlende Hubschrauber
- Österreichische Soldaten Ende Jänner in Afrika?
- Umrüstung heimischer Hubschrauber wird geprüft
·Einsatz im Tschad ist humanitäre Mission
Neujahrstagesbefehl von Darabos an Bundesheer
·2008: Neuer Wind bei unserem Bundesheer
Noch mehr Eurofighter & Wüsteneinsatz im Tschad
·Darabos-Brief
an Spitzenbeamte
Bundesheerreform: Das Schreiben im Wortlaut
·GRAFIK: Einsatz- Gebiet der EU-Truppe
Tschad: Österreichisches Heer steht vor Einatz

Das Problem fehlender Hubschrauber für den EU-Einsatz im Tschad dürfte am Freitag bei einer Geberkonferenz endgültig gelöst werden. Verteidigungsminister Norbert Darabos zeigte sich bei einer Pressekonferenz zuversichtlich, dass dabei die fehlenden zehn Hubschrauber endlich bereitgestellt werden. Damit könnten Ende Jänner die ersten Bundesheer-Soldaten nach Afrika geschickt werden. Der Minister bestätigte zudem, dass er die Umrüstung österreichischer Hubschrauber prüft.
Darabos betonte mehrfach, dass die Verzögerung der EUFOR-Mission, bei der rund 3.000 EU-Soldaten Flüchtlingslager an der Grenze zum Sudan schützen sollen, nicht in der Verantwortung Österreichs liege. Das Bundesheer, das 160 Soldaten entsendet, beteilige sich mit einem "überproportional hohen Anteil" und sei seit Dezember abmarschbereit.
Nach dem monatelangen Gezerre um fehlende Hubschrauber zeigte sich Darabos nun sicher, dass das Gerät bei einer Geberkonferenz endlich zur Verfügung gestellt wird. Der Minister "verhehlte aber nicht", dass er von der Diskussion "enttäuscht" sei. Ein paar Nationen hätten "weniger noble Zurückhaltung" an den Tag legen können. Welches Land die Hubschrauber bereitstellen könnte, wollte er nicht sagen. Zuletzt hatte Darabos an große Nationen wie Großbritannien und Deutschland appelliert.
Hubschrauber um 200.000 Euro aufrüsten?
Der Ressortchef bestätigte zudem Überlegungen, vier bis fünf oder sogar bis zu acht österreichische Hubschrauber wüstentauglich machen zu lassen. Die Kosten wären mit etwa 200.000 Euro "kein großer Brocken" und man könnte das Gerät auch bei künftigen Mission brauchen, so Darabos. Eine Umrüstung würde das aktuelle Problem der Tschad-Mission aber nicht lösen, da sie länger dauern würde.
Der österreichische Einsatz ist vorerst für sechs Monate bis Ende Juni genehmigt und kann um ein weiteres halbes Jahr verlängert werden. Darabos deutete heute an, dass er grundsätzlich für den Verbleib der österreichischen Soldaten bis zum Ende des EU-Einsatzes ist. Die EUFOR-Überbrückungsmission soll nach derzeitigem Stand ein Jahr dauern und danach durch eine UNO-Mission mit zivilmilitärischen Schwerpunkt abgelöst werden. (apa/red)
