Kenia-Tourismus droht ein Desaster: Viele Urlauber verlassen vorzeitig die Küstenorte
- Unruhen führen zu leeren Hotels trotz Hauptsaison
- Aufstände auch in der Küstenstadt Mombasa

Kenias Tourismusindustrie ist zunehmend besorgt über langfristige Folgen des politischen Konflikts in dem ostafrikanischen Land. "Die nächsten 24 Stunden werden entscheidend sein, ob wir den Touristikbereich retten können", betonte Khalid Shapi, Geschäftsführer eines Veranstalters von Safarireisen, in einem am Freitag in der Zeitung "Daily Nation" veröffentlichtem Bericht.
"Touristen, die bereits im Land sind, verlassen Kenia vorzeitig", klagte Kuldip Sondhi, Vorsitzender des Touristikverbands an der Küste und selbst Besitzer einer Hotelgruppe. "Wenn das Chaos in der nächsten Woche anhält, können wir dem Tourismus Lebewohl sagen." Hotelbetreiber berichteten von zahlreichen Stornierungen.
Sollten sich die Herkunftsländer der Urlauber dazu entschließen, alle Touristen auszufliegen, wäre das ein harter Schlag für eine der wichtigen wirtschaftlichen Säulen des Entwicklungslandes.
In Kenia ist derzeit Hauptsaison. Im afrikanischen Sommer wollen zahlreiche Urlauber dem kalten Europa entfliehen und besuchen die Strandhotels am Indischen Ozean oder die Nationalparks im Landesinneren. Auch in Mombasa, der wichtigsten Küstenstadt, war es in den vergangenen Tagen nach den umstrittenen Präsidentenwahlen zu Unruhen gekommen. (apa)
