Ein Drache erwacht: Pekings Mega-Terminal geht rechtzeitig vor Olympia in Betrieb
- Norman-Foster-Meisterwerk kostete 2,5 Mrd. Euro
- Der gigantische Bau könnte schon bald zu klein sein

Ein Drache erwacht in der Olympiastadt Peking: Der größte Flughafenterminal der Welt nimmt Ende Februar seinen Betrieb auf. Der, von Star-Architekten Norman Foster, geplante Zubau kostete 2,5 Milliarden Euro und die Bauzeit betrug ganze fünf Jahre. Dennoch wird er wohl schon in wenigen Jahren wieder zu klein sein.
"Alles läuft reibungslos, und der Bau wird planmäßig eröffnet", sagte ein Sprecher des Flughafens. Aus der Luft betrachtet liegt der 3,5 Kilometer lange Terminal wie ein schlafender riesiger Drache vor den Toren der chinesischen Hauptstadt. Der britische Architekt Sir Norman Foster hat die Drachenform mit ihren markanten Zacken auf dem goldbraunen Dach entworfen. Durch die Erweiterung wird der Pekinger Airport schließlich eine Kapazität von 83 Mio. Passagieren erreichen und dann zu den fünf größten Flughäfen der Welt gehören.
Olympischer Empfang
Rechtzeitig vor den Olympischen Spielen wird der dritte Terminal voll in den Flughafenbetrieb integriert sein. Zu den Spielen vom 8. bis 24. August werden mehr als eine halbe Million ausländische Gäste erwartet. Die Flugzeuge der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa und ihrem frisch gebackenen Star Alliance-Partner Air China werden schon von März an im neuen Gebäude abgefertigt.
65 Millionen Fluggäste
Die Gesamtinvestitionen für den Erweiterungsbau werden offiziell auf 27 Mrd. Yuan (2,52 Mrd. Euro) beziffert. Bis Ende 2008 soll der Flughafen mit dem neuen Terminal 65 Mio. Fluggäste abfertigen können - doppelt so viele wie heute der Münchner Flughafen und deutlich mehr als der Frankfurter Flughafen. Auf einer neuen, 3.800 Meter langen Landebahn wird auch das größte Passagierflugzeug der Welt, der Airbus 380, landen können.
Rasende Koffer
Die Gepäckabfertigung ist eine der größten weltweit und wurde vom deutschen Elektrokonzern Siemens gebaut. Die Koffer jagen mit einer Geschwindigkeit von zehn Metern pro Sekunde über das 68 Kilometer lange Förderbandsystem. In einer Stunde können 19.200 Gepäckstücke befördert werden. Der alte und der neue Flughafenteil sind über einen 2,2 Kilometer langen Tunnel verbunden. "Weniger als 25 Minuten werden nötig sein, um einen Koffer von einem Flugzeug zu anderen zu bringen", verspricht Siemens.
Logistische Meisterleistung
Traditionelle chinesische Gemälde und Kulturgüter schmücken den 600.000 Quadratmeter großen Flughafenbau mit seinen roten Säulen. 155 drachenförmige Scheinwerfer erleuchten seine Kuppel. Läden, Restaurants und Cafes wie Olympia-Souvenirshops oder die Kaffeekette Starbucks richten in diesen Tagen ihre Geschäftsflächen ein. Die Flughafenbahn, die Passagiere zwischen den Terminals transportiert und auch auf anderen Flughäfen wie Madrid und Atlanta in Betrieb ist, ist schon seit Dezember fertig. Eine neue Schienenverbindung vom Flughafen in die Stadt zur neu gebauten U-Bahn-Station Dongzhimen und eine neue Autobahn sollen die heute zunehmend von Staus geplagte alte Flughafenautobahn entlasten.
Pläne für neuen Superflughafen
Doch wegen des auch in Zukunft erwarteten starken Anstiegs der Besucher in Chinas Hauptstadt wird schon heute damit gerechnet, dass der jetzt ausgebaute Flughafen in wenigen Jahren wieder zu klein sein wird. Die Luftverkehrsbehörde (CAAC) hat vorgeschlagen, von 2010 an einen zusätzlichen internationalen Flughafen in Daxing im Süden Pekings zu bauen. Die staatliche Entwicklungs- und Reformkommission prüft gegenwärtig die Pläne für den neuen Superflughafen, der noch einmal 70 bis 100 Mio. Passagiere bewältigen soll. (Von Andreas Landwehr/dpa)
