SPÖ geht Wahljahr '08 vorsichtig an: Partei will in Niederösterreich und Tirol zulegen
- Gusenbauer gibt Richtung vor: Wollen stärker werden
- Onodi: Brechen der VP-Absoluten ist in NÖ kein Ziel
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·SPÖ geht vorsichtig ins Wahljahr 2008
Zulegen großes Ziel bei beiden Landtagswahlen

Die SPÖ geht vorsichtig ins Wahljahr 2008. Zulegen ist das Ziel der Kanzlerpartei bei den Landtagswahl in Niederösterreich im Frühjahr und in Tirol im Herbst. In beiden Ländern hat die ÖVP eine absolute Mehrheit, diese zu brechen ist für Bundeskanzler Alfred Gusenbauer offiziell kein Thema. Niederösterreichs SP-Chefin Heidemaria Onodi will sich auf dieses Ziel auch nicht einlassen, ihr Tiroler Kollege Hannes Gschwentner sieht die absolute Mandatsmehrheit der ÖVP in Tirol hingegen "jetzt schon weg."
Hauptziel für Gusenbauer ist in beiden Ländern "dazugewinnen". "Die Wahlziele definieren die Landesparteien alle selbst, aber wir erwarten uns natürlich dass wir stärker werden", sagte Gusenbauer gegenüber der APA. Und auch die Landesparteichefs halten sich mit kämpferischen Ansagen zurück.
"Dazugewinnen ist für mich das Ziel und dabei werden wir bleiben", sagte Niederösterreichs SP-Chefin Onodi. Ob auch die ÖVP-Absolute fallen soll, darauf will sie sich nicht einlassen, "weil wir der Meinung sind, dass wir ein Wahlziel wollen, das unser Wahlziel ist und nicht eine andere Partei betrifft." Das bedeute aber nicht, dass sie es sich nicht zutrauen würde: "Das kann man so nicht sagen. Im Wahlkampf ist ja noch ein bisschen Zeit."
Fällt Absolute in Tirol?
Für den Tiroler SP-Chef Gschwentner ist es in seinem Land "kaum mehr möglich", dass die ÖVP ihre absolute Mehrheit halten kann. In Tirol ist vor allem das mögliche Antreten von AK-Präsident Fritz Dinkhauser der große Unsicherheitsfaktor. Gschwentner glaubt, dass Dinkhauser seiner Partei mehr schaden würde als der ÖVP. Sollte Dinkhauser wirklich antreten, wolle er versuchen, das neunte SP-Mandant wenigstens zu halten, kündigte Gschwentner an. Ohne Dinkhauser sei ein zehnter Sitz das Ziel. Nach den wiederholten Ankündigungen werde es aber für den AK-Chef immer schwieriger, auf eine Kandidatur doch noch zu verzichten. Dinkhauser bringe laufend SP-Themen und nehme daher auch seiner Partei Stimmen weg, meinte Gschwentner.
Die politische Situation in Salzburg oder in der Steiermark, wo die ÖVP ihre Landeshauptmannsessel an die SPÖ verloren hatte, sei mit jener in Tirol nicht vergleichbar, sagte Gschwentner, man müsse "realistisch" bleiben. In beiden Ländern habe es in den jeweiligen VP-Landesparteien eine komplett andere Situation geben. Außerdem seien in beiden Ländern die SPÖ-Organisationen bereits beim Antreten wesentlich stärker gewesen. Gebe es eine ähnliche Situation in Tirol, "dann hätte ich keine politische Beißhemmung", sagte der SP-Chef. Landeshauptmann Herwig van Staa habe mittlerweile die Zügel in der VP "wieder fest im Griff". Es sei spürbar, dass Van Staa großen Rückenwind in der eigenen Partei habe.
Bei der Landtagswahl 2003 erreichte die VP in Tirol mit 49,9 Prozent der Stimmen 20 der 36 Mandate. Neun Sitze entfallen auf die SPÖ. Trotz der VP-Absoluten gibt es in Tirol eine Koalitionsregierung der beiden Parteien. In Niederösterreich hat die ÖVP 2003 mit 53,3 Prozent der Stimmen 31 Mandate errungen, die SPÖ mit 33,6 Prozent 19 Sitze.
(apa/red)
