Lokführer und Bahn verhandeln weiter:
Fewerkschaft hält Streikdrohung aufrecht
- Verhandlung verliefen zuletzt in einem guten Klima
- Bahnstreik machte 8% der 580.000 Streiktage aus

Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sind zu weiteren Verhandlungen über den Tarifvertrag für Lokführer zusammengetroffen. Nach GDL-Angaben stehen in der vorerst letzten Woche des Ringens um einen eigenständigen Tarifvertrag Fragen von Arbeitszeit und Entgelt im Mittelpunkt. Zunächst wurde nicht damit gerechnet, dass die Beteiligten nach der Sitzung an die Öffentlichkeit gehen.
Falls die GDL ihre Streikdrohung für den 7. Jänner aufrechterhält, bleiben den Delegationen der Bahn und der Arbeitnehmerorganisation noch fünf Tage, um eine Lösung zu finden. Die GDL will den Ausstand nur stoppen, wenn sich bis dahin deutliche Chancen für einen Kompromiss ergeben. Am Ende ihres letzten Treffens am Freitag hatten sich beide Seiten verhalten optimistisch geäußert.
So hatte GDL-Chef Manfred Schell gesagt, die Verhandlungen verliefen in einem guten Klima. "Es ist Fortschritt zu verzeichnen. Das ist noch nicht das Ende." Auch ein Bahnsprecher erklärte, die Verhandlungen hätten "in einer guten Atmosphäre" stattgefunden.
Trotz des großen Aufsehens, das die Lokführerstreiks im vergangenen Jahr erregt haben, machen sie nur acht Prozent der rund 580.000 Arbeitstage aus, die wegen Streiks ausgefallen sind. Das erklärte der Tarifexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Hagen Lesch, der "Frankfurter Rundschau". Der Ausstand bei der Telekom habe dagegen mit rund 70 Prozent am stärksten zu Buche geschlagen. Bei der Bahn sei in den nächsten Tagen allenfalls damit zu rechnen, dass die Lokführer noch mal drei oder vier Tage streiken. Denn die GDL müsse die Verhältnismäßigkeit wahren, andernfalls könnten Gerichte erneut Streikverbote aussprechen.
(APA/red)

