2.1.2008 12:00

ÖFB-Präsident Stickler zur Trainer-Frage:
"Die Entscheidung wird nach der EURO fallen"

  • "Kann sich durch EM-Ergebnis von selbst erledigen"
  • Verhöhnung des deutschen Boulevards lässt ihn kalt

Bei ÖFB-Präsident Friedrich Stickler herrscht Vorfreude auf das sportliche Großereignis im Juni und die Hoffnung auf eine große Leistungssteigerung der Fußball-Nationalmannschaft, betreffend Teamchef-Diskussion will sich der Verbandspräsident bis nach der EM total zurück halten.

Die Zeitungsmeldung vom Silvestertag, dass ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger nach der EM und nicht erst nach Auslaufen seines Vertrages zu Jahresende seinen Job beenden würde, ist für dessen Boss aktuell keine Diskussion wert. "Das darf jetzt nicht das Thema sein. Wir haben eine Aufgabe und ich will die Vorbereitung darauf nicht beeinträchtigen lassen. Ich möchte die EM gut absolvieren und keine Spekulation, wann der Teamchef aufhört", erklärte Stickler.

Dass er sich natürlich Gedanken macht, verhehlt er nicht, nur in der Öffentlichkeit wird er erst im Sommer dazu Stellung nehmen. "Natürlich müssen wir einen Nachfolger finden", weiß er. Die Entscheidung, wann, könnte sich aber quasi von selbst erledigen. "Wenn wir bei der EURO gut abschneiden, werden alle verlangen, dass Hickersberger so lange wie möglich bleibt. Wenn nicht, dann werden alle sagen: so schnell wie möglich beenden", meinte der ÖFB-Boss.

Stickler mit "großer Hoffnung"
Stickler geht aber ohnehin mit der "großen Hoffnung" ins Neue Jahr, dass "das Team ihre Kritiker und Skeptiker eines Besseren belehrt, dass wir uns bei der EM besser präsentieren werden, als uns viele jetzt zutrauen". Nicht nur bei der EURO, sondern auch schon in den beiden ersten Vorbereitungsspielen gegen die EM-Mitfavoriten Deutschland (6. Februar) und Niederlande (26. März).

"Ich glaube, wir werden nicht so schlecht ausschauen. Das Deutschland-Spiel ist zwar schwierig, weil es vor Ende der Winterpause stattfindet. Aber wir haben einige Legionäre, die Spielpraxis mitbringen. Und um die Motivation brauchen wir uns keine Sorgen machen. Für viele Spieler beginnt jetzt die Phase mit der Frage: Bin ich dabei oder nicht. Das gibt zusätzliche Motivation", ist der ÖFB-Chef überzeugt.

Nimmt Verhöhnung gelassen
Meldungen wie der Neujahrswunsch der deutschen "Bild"-Zeitung (Wunsch-Schlagzeile für 2008: "20:0 gegen Ösis. Sogar Lehmann traf doppelt") lassen Stickler kalt: "Das läuft nicht unter Silvester, sondern unter Fasching." Er halte es mit Beckenbauer: "Schauen wir einmal". "Es könnte uns nichts besseres passieren, als dass uns alle gering schätzen. Das setzt sich in den Köpfen der Spieler fest", sagte Stickler und erinnerte an eine ähnliche Schlagzeile vor 30 Jahren. "Damals hat dieselbe Zeitung geschrieben: Haut sie 6:0 weg", erinnerte er an Meldungen vor der Cordoba-Partie.

Stickler hofft aber auch, dass die Stimmung bei der EM nicht nur von den Leistungen der ÖFB-Elf abhängt. "Es ist wichtig, das Gefühl zu vermitteln, dass wir Gastgeber sind und nicht nur die Identifikation mit dem Team eine Rolle spielt", meinte der 58-Jährige. (apa/red)

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2.1.2008 12:00
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