Power-Duo auch am Bergisel für Sieg gut:
'Schlieri' & 'Morgi' greifen nach Gesamtsieg
- Tiroler wie 2007 als Spitzenreiter nach Innsbruck
- Für Kärntner ist es die Tournee-Lieblingsschanze
·Bergisel: Springen in Innsbruck abgesagt!
Sturm in Tirol verbläst Vierschanzen-Tournee
Lang ist's her, dass gleich zwei ÖSV-Springer bei der Vierschanzen-Tournee nach dem Sieg greifen. Ernst Vettori und Franz Neuländner (1985/86) sowie Willi Pürstl und Edi Federer (1974/75) hatten nach drei Konkurrenzen das Feld angeführt, bei der 56. Auflage sind zur Halbzeit Gregor Schlierenzauer und Thomas Morgenstern (3,2 Punkte zurück) die ersten Anwärter auf den zehnten österreichischen Gesamtsieg.
ÖSV-Sportdirektor Toni Innauer sieht für jeden der beiden Topathleten Vorteile auf seiner Seite. "Morgenstern hat sehr positive Erfahrungen auf dem Bergisel, Schlierenzauer hat in Garmisch die volle Bestätigung seiner Form bekommen", erklärte der Vorarlberger und sieht auch für den Gesamt-Dritten Janne Ahonen "ein paar versteckte Vorteile". "Ich hoffe, dass in Bischofshofen der Beste ganz oben stehen wird", sagte Innauer.
Auf den Heimbewerb in Innsbruck hat sich das ÖSV-Spitzenduo unterschiedlich vorbereitet. Schlierenzauer war daheim bei den Eltern in Fulpmes. "Der Ruhetag kam mir ganz gelegen, auch wegen meiner Beinhautentzündung", sagte der Gesamtzweite von 2006/07. "Jetzt komme ich wie im Vorjahr als Spitzenreiter zum Bergisel, das ist ein sensationelles Gefühl." Damals hatte es aber der Wind nicht gut mit ihm gemeint. Dem aktuellen Konkurrenzkampf gewinnt er positive Seiten ab. "Ich bin froh, dass wir zu zweit sind. Das ist leichter, als wenn man ganz alleine kämpfen muss."
"Das ist meine Lieblingsschanze"
Morgenstern analysierte am Ruhetag den Garmisch-Bewerb und versuchte danach, bei Floaten im Wasser und Saunieren den Kopf frei zu bekommen. "Das war ein sehr wichtiger Tag. Ich habe komplett abgeschaltet und war a bissl' wellnessen", sagte der 21-jährige Doppel-Olympiasieger, der sich auf den Bergisel freut. "Das ist meine Lieblingsschanze bei der Tournee." Im Vorjahr war er Tages-Zweiter, 1,1 Punkte hinter dem späteren Gesamtsieger Anders Jacobsen (NOR). Den bisher letzten ÖSV-Sieg hat Andreas Widhölzl auf dem Weg zu seinem Gesamterfolg 2000 geschafft.
Morgenstern hat nach der Enttäuschung von Garmisch rasch wieder zu seiner positiven Einstellung gefunden. "Ich hab' mich bei der Nase genommen, mich gefragt, ob ich deppert bin. Das kann doch nicht sein, dass ich mir mit sieben Siegen, einem dritten und einem sechsten Platz Druck mache. Jetzt hab' ich wieder ein super Gefühl aufgebaut. Innsbruck ist ein guter Boden für mich."
Ahonen, der im Mai zum zweiten Mal Vater wird, steigert sich in seiner vielleicht letzten Saison von Bewerb zu Bewerb. Er war Dritter in Oberstdorf, dann Zweiter in Garmisch. Auf dem Bergisel hat der vierfache Tourneesieger schon zweimal (2003 und 2005) gewonnen. Der 30-Jährige bleibt bei seiner 16. Tournee nach außen hin gelassen. "Es kann noch alles passieren. Es kommen nicht nur wir drei für den Gesamtsieg in Frage." Und auf Nachfragen lässt er sich zu seinen eigenen Chancen doch drei Wörter entreißen: "Offen, aber glänzend."
(apa/red)
