Sonntag, 6. Jänner 2008

Reichelt heiß auf den Super-G in Kitzbühel:
"Da werde ich wieder ans Limit gehen"

  • Salzburger will in Herminators "Wohnzimmer" siegen
  • Fühlt sich im Super-G stärker als im Riesentorlauf

Österreichs Ski-Herren haben im Riesentorlauf nicht nur Benjamin Raich. Für diese Erkenntnis sorgte am Samstag in Adelboden vor allem Hannes Reichelt, der es als Dritter erstmals in seiner Karriere aufs Riesentorlauf-Podest schaffte. Der Salzburger will sich nun auch in dieser Disziplin in der absoluten Weltspitze etablieren, das nächste große Ziel Reichelts ist aber der Super-G in Kitzbühel am 18. Jänner. Für diesen Tag hat sich der 27-Jährige in seiner Paradedisziplin schon jetzt sehr viel vorgenommen.

Seit dem dritten Rang von Stephan Görgl am 7. Jänner 2006 in Adelboden war aus ÖSV-Sicht ausschließlich Raich im RTL unter die Top-Drei gefahren. Diese Serie hat Reichelt trotz einiger grober Schnitzer nach fast genau zwei Jahren beendet. "Ich wollte ans Limit gehen und sehen, was im Riesentorlauf für mich möglich ist. Ein Trainer hat zu mir gesagt, dass er mich schon lange nicht mehr so kämpfen gesehen hat", meinte Reichelt, der nun im RTL konstant starke Leistung zeigen möchte. "Das wird sehr schwer, weil die Dichte in dieser Disziplin enorm ist. Aber ich bin auf einem guten Weg."

Ein guter Platz in der RTL-Weltrangliste sei zwar punkto Startnummer wichtig, taktieren und auf Platzierung fahren will der Radstädter aber in Zukunft nicht mehr. "Das habe ich in Alta Badia gemacht und prompt im zweiten Durchgang zehn Plätze verloren. Da scheide ich lieber aus, bevor ich mich noch einmal so ärgere. Mein Ziel ist, in jedem Riesentorlauf voll zu attackieren."

Kitz: "Da werde ich wieder ans Limit gehen"
Nach einem kurzen Abstecher nach Österreich reist Reichelt nach Wengen, wo er die Abfahrt bestreitet. In Kitz startet Reichelt dann in Super-G und Abfahrt. Und den Super-G auf der Streif hat Reichelt ganz besonders ins Visier genommen. "Da werde ich wieder ans Limit gehen." Der zweite Saisonsieg nach dem Super-G in Beaver Creek, den Reichelt 2005 und 2007 gewann, soll folgen.

Richtig keck gab es sogar eine Kampfansage an den großen Hermann Maier, der den Super-G in Kitz bereits fünfmal gewonnen hat. "Nachdem ich dem Hermann schon in seinem Wohnzimmer in Beaver Creek die Miete abgenommen habe, versuche ich das jetzt auch in Kitzbühel." Im Super-G fühlt sich Reichelt nämlich nach wie vor stärker als im RTL.

Auch in Kitz wird Reichelt ein paar Stück seiner ganz speziellen Kapperln mit im Gepäck haben. Die schmeißt er nach jedem seiner Podestplätze ins Publikum, die Empfänger des Präsents können dann eine auf der Kappe stehende Telefonnummer wählen und einen Skitag mit Reichelt am Saisonende gewinnen.

Konkurrenz belebt den "Markt"
Dass das alte Ski-Duell Österreich gegen Schweiz wieder voll entbrannt ist, findet Reichelt "lustig und lässig". "Wenn wir alles gewinnen würden, würden wir den Weltcup tot machen." Auch zwei kleine Schweizer Fans in Adelboden waren offenbar von dieser Rivalität erfasst. "Die haben mich am Sessellift mit einem Schneeball abgeschossen. Aber denen hab ich's dann mit meinem dritten Platz gezeigt", meinte Reichelt mit einem Schmunzeln. (apa/red)

6.1.2008 11:58