Sonntag, 6. Jänner 2008

Schild kommt noch nicht in die Gänge: Vorzeitiger Ausfall auch in Spindlermühle

  • Kritisch: "Ich muss endlich wieder ins Ziel kommen"
  • Salzburgerin will beim Slalom aus der Krise fahren

Marlies Schild hat derzeit nicht gerade das, was man einen "Lauf" nennt. Seit die Salzburgerin Mitte Dezember als Weltcup-Führende von der Nordamerika-Tournee zurückgekehrt ist, hat die "Slalom-Maschine" in sieben Rennen gerade einen Top-Ten-Platz geschafft und ist im Gesamt-Weltcup aus den Top-5 gefallen. Der heutige Slalom in Spindlermühle/Tschechien (9:30/12:30/live auf news.at) ist daher für die vorjährige Seriensiegerin eine gute Gelegenheit, aus der Krise zu fahren.

Allerdings kassierte Schild beim Riesentorlauf an der polnischen Grenze die nächste Ohrfeige. Sie rutschte schon im ersten Durchgang mit einer Top-Zwischenzeit auf einer Eisplatte aus, stieg zurück und wurde mit 11,02 Sekunden Rückstand 64. und Letzte. Eine Demütigung für eine Läuferin, die in dieser Disziplin auch schon gewonnen hat. "Es ist wie verhext derzeit. Dabei läuft es im Training so gewaltig", ärgerte sich Schild über die Riesenpleite im Riesengebirge.

"Muss endlich wieder ins Ziel kommen"
Auch im Slalom stehen die Vorzeichen aber nicht wirklich günstig, denn die "Slalommaschine" läuft derzeit etwas unrund. Die Österreicherin, die bis zu ihrem letzten Slalom-Sieg im November in Panorama 9 der aktuellsten 12 Slaloms gewonnen hatte, kommt seitdem auch in ihrer Spezialdisziplin nicht mehr vom Fleck. Drei Ausfälle in Folge - neben den Spezialslaloms in Aspen und Lienz passierte ihr das auch noch im Kombislalom von St. Anton - ließen sie schon in Osttirol in Tränen ausbrechen. "Ich muss endlich wieder ins Ziel kommen", hatte sie kurz vor dem Jahreswechsel dort gemeint.

Tränen blieben in Spindlermühle zwar aus, dafür war die 26-jährige Ausnahme-Skifahrerin, die im Kampf um die große Kristallkugel vergangenen März Landsfrau Nicole Hosp hauchdünn unterlegen war, nach dem Riesentorlauf stinksauer auf sich selbst. "In den Rennen geht es derzeit einfach nicht auf. Ich ärgere mich total, muss aber weiterkämpfen", gab sich die Lebensgefährtin von Benni Raich aber tapfer. "Auch im Vorjahr bin ich im Riesentorlauf öfter ausgeschieden und habe im Slalom dennoch diese tolle Serie hingelegt", machte sie sich selbst heute Mut.

Mandl: "Bis zum Ausfall sehr schnell"
Damenchef Herbert Mandl sprach Schild seinerseits Mut zu. "Das war einfach ein Fehler, der passiert, wenn man am Limit fährt. Sie soll sich daran aufbauen, dass sie bis zum Ausfall sehr schnell war", riet er nach dem Riesentorlauf. "Sie ist sehr schnell, scheidet aber auffällig oft bei einem Rechtsschwung aus", hatte Alpinchef Hans Pum erkannt. "Sie ist ein Rennpferd. Wenn sie aufs Stockerl fährt, ist das Selbstvertrauen wieder da und sie kann wieder gewinnen", ist Pum überzeugt. (apa/red)

6.1.2008 07:22