Berthod holt sich in Adelboden Heimsieg:
Reichelt mit Platz drei bester im ÖSV-Team
- Hattrick-Traum von Raich auf Rang sieben geplatzt
- Görgl nach Führung im 1. Durchgang ohne Nerven
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Der Riesentorlauf-Klassiker in Adelboden avancierte zu einem packenden Ländermatch zwischen der Schweiz und Österreich. Vor der Rekordkulisse von 23.000 Zuschauern hatten die Hausherren dabei das bessere Ende für sich, Marc Berthod siegte 0,56 Sekunden vor Landsmann Daniel Albrecht. Auf den Rängen drei und vier folgten die Österreicher Hannes Reichelt (0,58) und Christoph Gruber (0,69).
Benjamin Raich, der nach seinen Siegen 2006 und 2007 den Adelboden-Hattrick verpasste, als Siebenter und Rainer Schönfelder, der nach Verletzungspause ein gelungenes Comeback feierte, als Achter machten das ausgezeichnete ÖSV-Ergebnis perfekt. Stephan Görgl hatte nach dem ersten Lauf noch geführt, fiel jedoch aufgrund eines schweren Fehlers im Finale auf Rang 19 zurück.
Für Berthod war es der zweite Weltcup-Triumph, der zweite in Adelboden. Vor einem Jahr hatte der 24-Jährige mit Startnummer 60 und nach Platz 27 im ersten Lauf sensationell den Slalom gewonnen. "Dieser Hang liegt mir einfach, das hat sich im Training und auch heute wieder bestätigt. Der Sieg vom Vorjahr hat mir positive Energie gegeben." Und bezüglich des wieder auflammenden Duells der Ski-Erzrivalen Schweiz und Österreich meinte der St. Moritzer: "Jetzt steht es 2:0 für uns."
Schweizer durch und durch an der Spitze
Nicht nur in der diesjährigen Adelboden-Wertung haben die Schweizer nun gegenüber Österreich die Nase vorne, auch im Duell der bisherigen Saisonsiege (5:4). Auch Albrechts Plan, Bormio auszulassen und stattdessen in Adelboden zu trainieren, ist voll aufgegangen. "Das war die richtige Entscheidung, ich konnte diesen Vorteil ausnützen." Zudem übernahm Albrecht die Führung im RTL-Weltcup. Der Schweiz-Cheftrainer Martin Rufener jubelte: "Ein fantastischer Tag. Wir haben gezeigt, dass wir zur Spitze gehören."
Kein Hattrick für Raich
Für den ÖSV-Stockerlplatz hat diesmal ausnahmsweise nicht Raich, sondern Reichelt gesorgt. "Im ersten Durchgang wäre ich beinahe ausgeschieden", meinte der Salzburger, der zur Halbzeit noch Zehnter gewesen war. "Dass ich es noch aufs Stockerl geschafft habe, ist auch für mich sehr überraschend." Für Reichelt, den Sieger des Beaver-Creek-Super-G am 3. Dezember, war es das beste Karriereergebnis im RTL. Das war bis dato Rang fünf in Aare 2006 gewesen.
Für Raich platzte der Traum vom dritten Adelboden-RTL-Triumph in Folge. "Es war nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Ich bin zu hart gefahren, dadurch habe ich keinen echten Rhythmus gefunden." Dass die Schweizer im Gegensatz zu den anderen in Adelboden trainieren konnten, kommentierte der Pitztaler gewohnt fair: "Es kann natürlich sein, dass es ein Vorteil war. Aber ich bin ja mittlerweile auch oft genug hier gefahren."
Stephan Görgl "legt einen Bock hin"
Im ersten Lauf war Görgl noch der einzige gewesen, der die Schweizer Armada bezwungen hatte. Der Steirer führte vor Didier Cuche (am Ende Zwölfter), Albrecht und Berthod. "Ich habe voll attackiert, aber leider einen schweren Bock hingelegt. Das muss man akzeptieren. Ich werde es aber beim nächsten Mal wieder so machen", bilanzierte der Schweiz-Fan, der drei seiner bisher vier Stockerlplätze in Österreichs westlichem Nachbarland eingefahren hat.
Überglücklich war Schönfelder, der sein erstes Rennen nach seinem schweren Sturz in Bad Kleinkirchheim absolvierte. "Ich habe mich selbst überrascht. Aber der Glaube an mich selbst hat heute das Chuenisbärgli versetzt", bilanzierte der Kärntner.
Rekordausfall am Chuenisbärgli
Bereits im ersten Lauf hatte das Chuenisbärgli zahlreiche Athleten abgeworfen (23 Ausfälle). Unter den Opfern befanden sich Mitfavoriten wie Ted Ligety, der einen spektakulären Abflug glimpflich überstand, Bode Miller, Francois Bourque, Davide Simoncelli, John Kucera, Markus Larsson oder Mario Matt. Der Tiroler steckte den Ausfall locker weg, sein großer Tag soll der Slalom-Sonntag werden. "Vor einem Jahr hat es hier auch so begonnen", erinnerte sich Matt an 2007, als er in Adelboden zunächst im Riesentorlauf ausschied und dann einen Tag später im Slalom Rang drei erobert hatte. (apa/red)
