ÖSV will Siegesserie von Karbon stoppen: Marlies Schild nach Ausfällen nun gefordert
- Hosp will WC-Führung in Spindlermühle verteidigen
- Italienerin Denise Karbon im RTL die große Gejagte
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Spindlermühle im äußersten Norden Tschechiens ist zum zweiten Mal Austragungsort alpiner Ski-Weltcuprennen der Damen. Auf dem Programm stehen heute (ab 9.30 Uhr LIVE auf news.at) ein Riesentorlauf und am Sonntag ein Slalom. Das erfolgsverwöhnte ÖSV-Team um Gesamtweltcup-Leaderin Nicole Hosp hofft, nach den teilweise durchwachsenen Leistungen bei den Heimrennen zum Jahresabschluss in St. Anton und Lienz, an erfolgreichere Zeiten anknüpfen zu können.
Vor allem im Riesentorlauf, wo es in den bisherigen Rennen mit Denise Karbon dreimal das gleiche Siegergesicht und zwei Podestplätze für Österreich gegeben hat, sind die ÖSV-Damen im Vergleich zu Vorsaison (5 Siege, 12 Podestplätze) im Hintertreffen. "Es ist sicher ein schwieriges Unterfangen Karbon zu schlagen, aber unserer Mädels können es zweifellos", erklärte Damen-Cheftrainer Herbert Mandl, der über Neuschneezuwachs in Tschechien berichtete.
20 bis 30 Zentimeter seien über Silvester gefallen, auch am Freitag schneite es leicht. Die Rennpiste habe durch den Neuschnee derzeit eine weiche Auflage, die Rennpräparierung sei bei hartem Untergrund aber gut, meinte Mandl, dessen Team sich in Flachau, Kühtai und Hinterreit vorbereitet hat. Für heute sind leichter Schneefall und Wind prognostiziert, irreguläre Verhältnisse fürchtet Mandl jedoch nicht.
Nachholbedarf bei Hosp
Weltmeisterin Hosp, die mit Rang zwei im Slalom in Lienz die Weltcup-Gesamtführung übernahm, hat in ihrer Spezialdisziplin Riesentorlauf noch erheblichen Nachholbedarf. Die 24-jährige Tirolerin steht als Titelverteidigerin im RTL-Weltcup noch ohne Top-Ten-Ergebnis da. Teamkollegin Marlies Schild, die in jüngster Zeit drei Ausfälle hinnehmen musste, ist für den RTL im Riesengebirge jedoch zuversichtlich. "Ich glaube schon, dass ich gewinnen kann", gab sich die Salzburgerin selbstbewusst. "Ins Ziel bringen muss ich es halt einmal." Im Riesentorlauf hat Schild bisher nur magere 69 Punkte gesammelt.
Für die 26-Jährige gilt es nach dem Out in der Super-Kombi in St. Anton und dem Slalom in Lienz, sowie einem enttäuschenden 24. Rang im Lienz-RTL, im Gesamtweltcup Boden auf das Führungstrio Hosp (514 Punkte), Lindsey Vonn (USA/480) und Maria Riesch (GER/450) gutzumachen. Die zweifache Slalom-Saisonsiegerin hält bei 390 Zählern.
Görgl will sich bei Karbon was abschauen
Elisabeth Görgl ist als Dritte im Weltcup momentan die beste Riesentorläuferin im Team. Die Steirerin glaubt, das Geheimnis der Saison-Dominatorin aus Südtirol entdeckt zu haben und für sich nutzbar zu machen. "Natürlich schaut man sich die anderen Läuferinnen genau an, das habe ich auch bei Karbon gemacht", betonte Görgl, die mit Rang zwei in Panorama neben Kathrin Zettel (3. in Sölden) einen der beiden einzigen RTL-Podestplätze der Saison für den ÖSV errungen hat.
Zettel brachte zuletzt in Lienz lediglich einen Doppelausfall zustande. Der Hang in Spindlermühle dürfte der Niederösterreicherin aber liegen, 2005 landete sie im RTL hinter Janica Kostelic und vor Schild und Hosp auf Rang zwei. Den damaligen Slalom gewann Anja Pärson vor Kostelic und Schild. Ein ÖSV-Sieg in Tschechien würde im Nationenduell mit Italien den 4:4-Gleichstand bringen. Neben Karbon hat das italienische Team mit Lienz-Slalom-Siegerin Chiara Costazza eine weitere Siegläuferin zu bieten.
(apa/red)
