Samstag, 5. Jänner 2008

"Dieser Hang hat alles": Benni Raich geht
beim Adelboden-Klassiker auf Hattrick los

  • Tiroler gewann 2006 und 2007 den Riesentorlauf
  • Rainer Schönfelder fiebert Comeback entgegen

Die Ski-Weltcup-Herren starten heute (ab 10.30 Uhr LIVE auf news.at) mit dem Riesentorlauf-Klassiker in Adelboden ins Jahr 2008. Österreichs Hoffnungen ruhen wie immer in dieser Disziplin auf den Schultern von Benjamin Raich. Raichs Bilanz auf dem selektiven Chuenisbärgli ist ausgezeichnet, der Tiroler hat das Rennen 2006 und 2007 gewonnen und geht damit auf den Hattrick los. Den haben bisher in Adelboden nur Ingemar Stenmark und Hermann Maier geschafft.

"Dieser Hang ist für mich etwas ganz Spezielles. Er hat alles, extreme Steilheit im Starthang und im Zielhang, Wege, Übergänge, Richtungsänderungen. Es passiert immer etwas, langweilig wird einem da sicher nicht", erklärte der 29-Jährige, der nach der Hangbefahrung am Freitag meinte, dass die Piste nicht ganz so eisig wie in den vergangenen Jahren sei.

Amerikaner größte Herausforderer
Als größte Herausforderer sieht Raich die US-Amerikaner Bode Miller und Ted Ligety (Leader im RTL-Weltcup), die Schweizer Hausherren Didier Cuche, Daniel Albrecht und Marc Berthod sowie den Finnen Kalle Palander. Genau dieser Fahrer-Kreis zählt natürlich auch am Sonntag im Slalom zum Kreis der absoluten Topfavoriten.

Miller, der sich zum größten Raich-Gegner im Gesamt-Weltcup entwickeln könnte, reiste mit seinem eindrucksvollen Bormio-Abfahrts-Sieg im Gepäck an. "Das hat ihm sicher viel Selbstvertrauen gegeben", meinte Raich. "Aber ein Miller-Sieg war nur eine Frage der Zeit, er hatte sehr schnelle Teilzeiten." Miller hat Silvester in Innsbruck verbracht, Raich "ganz gemütlich" mit seiner Freundin Marlies Schild bei seiner Schwester Carina im Pitztal.

Wetter großes Fragezeichen
Das große Fragezeichen im Berner Oberland ist das Wetter, denn die Temperaturen klettern deutlich nach oben und fürs Wochenende ist auch Regen prognostiziert worden. Bei Wetterglück rechnen die Veranstalter mit einem wahren Fan-Ansturm, der Rekord von 30.000 Besuchern an beiden Tagen soll geknackt werden,

Rainer Schönfelder gibt in Adelboden, wo er 2004 im Slalom gewann, sein Comeback. Nach seinem schweren Crash am 8. Dezember in Bad Kleinkirchheim hatte sich der Kärntner am 24. Dezember erstmals wieder auf Schnee gewagt. Seitdem hat Schönfelder "vier, fünf brauchbare Skitage" absolviert, die Schmerzen in der lädierten Schulter fahren aber nach wie vor mit.

Vorfreude bei Schönfelder
Auch wenn Schönfelder nach wie vor manchmal nicht weiß, wie er in der Nacht halbwegs schmerzfrei im Bett liegen kann, die Vorfreude auf Adelboden ist gewaltig. "Der Spaß am Skifahren und der Hunger aufs Rennfahren überwiegen bei weitem. Ich werde die Zähne zusammenbeißen. Es ist für mich, als ob die Saison erst jetzt beginnen würde. So sehr freue ich mich auf Adelboden."

Schönfelder hat die Zwangspause auch als "Geschenk" gesehen. "Denn so eine ruhige Adventzeit hatte ich schon lange nicht mehr. Ich hatte viel Zeit für Familie und Freunde, das hatte große Qualität", so Schönfelder, der zu Silvester das tolle Feuerwerk von seiner Wiener Dachterrasse aus beobachtet hat. In der vergangenen Saison hatte Schönfelder das "Stop-Zeichen" seines Körpers noch ignoriert.

Damals war er nach einem Trainingssturz trotz Schleudertrauma in Adelboden gestartet, ein höchst kurioser Frühstart und damit die Disqualifikation im Riesentorlauf war die Folge gewesen. "Das passiert mir heuer nicht mehr", versicherte Schönfelder, der seine Form bis zu den Highlights in Kitzbühel und Schladming wieder aufbauen will.

(apa/red)

5.1.2008 07:21