Samstag, 5. Jänner 2008

Kommt endgültiges Aus für Dakar-Rallye?
Event in Asien oder Südamerika vorstellbar

  • 30. Auflage wurde wegen Terror-Drohung abgesagt
  • Beratung zu Alternativen soll in Kürze stattfinden

Die erfolgte Absage der 30. Auflage der Rallye Dakar wegen terroristischer Drohungen könnte das endgültige Aus der Veranstaltung in Afrika bedeuten. Davon sind nicht nur vor allem die großen französischen Zeitungen überzeugt. Für die linksliberale Zeitung "Liberation" ist es "schwer zu glauben, dass es trotz der Versprechungen der Organisatoren eine 31. Auflage geben wird."

Laut dem Dakar-Chef Etienne Lavigne hatte man den Wüsten-Klassiker, der von 5. bis 20. Jänner 2008 zwischen Lissabon und der senegalesischen Hauptstadt stattfinden hätte sollen, aus "Gründen der Staatsraison" abgesagt. Nach den vorangegangenen und tödlich verlaufenen Überfällen in Mauretanien sowie Terrordrohungen der Al Kaida im Maghreb, die direkt an die Dakar gerichtet waren, hatten sich die Veranstalter nach intensiven Gesprächen mit der französischen Regierung zu diesem Schritt entschlossen. Es sei unmöglich gewesen. Mauretanien zu umfahren, hieß es.

Selbst von den Veranstaltern war zunächst nur zu hören, dass es 2009 zwar eine Großveranstaltung geben werde, zu Ort und Format gab es aber noch keine Auskünfte. Eine Verlegung der Rallye scheint aber sehr wahrscheinlich zu sein. "Es sind alle Pisten offen", sagte Lavigne dem Radiosender France Info. Bereits nächste Woche werde es ein Treffen mit allen Teams geben, um die Möglichkeiten für das kommende Jahr zu besprechen. Spekuliert wird über eine Verlegung nach Südamerika oder Asien. Lavigne schloss einen solch drastischen Schritt nicht aus, fügte aber hinzu: "Wir haben seit 30 Jahren exzellente Beziehungen mit Afrika."

Kritisch in die Gegenrichtung berichtete die liberale, römische Zeitung "La Repubblica": "Das Aus für das legendäre, tödliche Rennen (...) ist ein harter Schlag, weil dies zum ersten Mal offiziell bescheinigt, (...) dass der afrikanische Kontinent außer Kontrolle ist. Die "Dakar" ist ein Symbol. Seit 30 Jahren vereint sie Interessen, Business und Macht. Sie ist das meist gefilmte schmutzige Gesicht des Westens in Afrika: Europa exportiert mittels seines Geldes das Schlechteste von sich selbst und kann sich dies heute nur noch in Afrika erlauben. Bis gestern war uns in Afrika alles erlaubt: Auch die Stille der Wüste und ihrer mysteriösen Völker durften wir mit der Arroganz unseres Motorengeheuls und dem Gestank des Benzins durchbrechen. Aber seit heute ist dies nicht mehr möglich." (apa/red)

5.1.2008 17:13