Liberaler Republikaner mit Colt: Ron Paul sahnt mit Anti-Kriegs-Slogans im Netz ab!
- Setzt sich gegen den Krieg, aber für Waffenbesitz ein
- Errang bisher vier Mal mehr Spenden als Huckabee

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Von Außen betrachtet erscheint das US-amerikanische Parteiensystem, pünktlich zum Präsidentschaftswahlkampf, als monolithischer Block. Kaum laufen die ersten Vorwahlen an, dominieren die "Elefanten" der beiden Großparteien Republikaner und Demokraten die Berichterstattung, für die "second tiers", wie die Amerikaner die weniger vielversprechenden Kandidaten nennen, bleibt da kaum mehr Platz. Dabei bestechen die gerade heuer mit besonderen Akzenten, die sie dem Namen ihrer Partei abtrotzen. Der bunteste Vertreter ist Ron Paul, Republikaner aus Texas, der besonders bei Internet-Usern hoch im Kurs steht. Sie danken ihm seine Kandidatur mit Spenden in Millionenhöhe.
Die "Ron Paul Revolution" wolle er entfachen, steht auf der Website des 72-Jährigen Arztes und Kongressabgeordneten aus George W. Bushs Heimatstaat Texas zu lesen. Was das genau bedeutet, lässt sich an den Zugriffszahlen auf seine Website ablesen. Die sind nämlich laut Google bedeutend höher als jene seiner Mitbewerber, große Tiere wie Giuliani, Huckabee, Clinton und Obama eingeschlossen. Während George W. Bush 2004 auf die Unterstützung der christlichen Rechten (erfolgreich) baute, setzt Paul ganz auf die Clicks der Internetgemeinde. Politisch steht Ron Paul vor allem für eines: Stop the War.
US-Politik und der Terrorismus
Als einer der wenigen prominenten Republikaner hat er sich, übrigens im Gegensatz zur Demokratin Clinton, von Anfang an gegen den Irak-Krieg zu Wort gemeldet, nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ortete der prononciert "Libertäre" eine Mitverantwortung der US-Außenpolitik am Terrorismus. Im Juni 2007 setzte sich Paul während einer TV-Debatte zu diesem Thema noch einmal gehörig in die republikanischen Nesseln, als er der US-Politik im Nahen Osten noch einmal direkt die Hauptschuld am Terror zuwies.
Während er außenpolitisch eine liberale, dem harten Kurs der Bush-Regierung entgegenstehende, kooperative Politik propagiert, weist ihn sein gesellschaftspolitisches Credo durchaus wieder als gestandenen Republikaner aus. Waffen sollen weiterhin relativ frei erhältlich sein, am marktwirtschaftlichen Kurs wird nicht gerüttelt, als "neokonservativ" nach Bushs Lesart möchte er sich aber nicht bezeichnet wissen.
Cannabis und Waffenlobby
Dass er Cannabis, würde er die Wahlen schlussendlich gewinnen, zu medizinischen Zwecken freigeben würde, macht ihn in den Augen strengkonservativer Redneck-Republikaner wohl weniger sympathisch. Doch um bei den Vorwahlen zu reüssieren, muss sich Paul auch dem rechten Flügel seiner Partei zuwenden. Das gelingt ihm aber erstaunlich gut. Die Waffenlobby-Organisation "Gun Owners of America" verlieh dem Texaner als einzigem Präsidentschaftskandidaten die Bestnote A+. (red)
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